- 86 — Ochsen und allen Dienstlohn von 14 Jahren her schuldig bin." — Während so der Pfarrer gegen die Gemeinde klagte, erhob die Gemeinde gegen den guten Cooperator Pümpel Klage in Chur, daß er die Schule nicht zur Zufriedenheit versehe, die Zeit zu wenig genau einhalte nnd zu mangelhafte Disciplin halte. Er sandte darauf eine Refutation ein, deren Lapidarstil seine komische Wirkung in Chur sicher nicht verfehlte. Er sagt darin der drei- fachen Anklage gegenüber: 1) er habe die Schulzeit ziemlich ein- gehalten; so genau müsse man die Sache nicht nehmen; 3) daß die Disziplin nicht die beste sei, sei nicht seine Schuld, sondern die Schuld der Eltern, die ihre Kinder, zu Kälbern erziehen; 3) Auf den Vorwurf, daß er nichts leiste, antwortete er, die dummen Bauern können, das gar nicht beurteilen; von den Richtern selbst können die Meisten weder lesen noch schreiben; sie sollen also das Maul halten; er könne aus Ochsen und Eseln keine Nachtigallen machen. Schließlich schimpft er über die bösen Mäuler und bittet, ihnen kein Gehör zu geben. Da unter Pfarrer Wenoweser die Abkurung und Gründung der neuen Pfarrei Triesenberg stattfand, wurde er von der Kurie beauftragt, eine Mitteilung über die infolgedessen sich ergebenden Veränderungen im Einkommen der Kirche und der Pfründen zu machen. Aus seiner Zusammenstellung möge erwähnt sein, daß die Pfarrkirche die Unterhaltung des ewigen Lichtes, welche bis dahin den eingewanderten Wallisern am Berg obgelegen hatte, nun selbst tragen mußte, daß die Berger zu allfälligen Restau- rationen und Neubauten für Kirchen und Psrundhäuser ihren Teil hatten leisten müssen, daß durch die Treniinng dem Pfarrer cirka 60 fl. Stolgebühren entgingen, der Cooperator bis dahin für seine Seelsorge am Triesenberg von der Masescha-Kapelle 55 fl. bezog und daß der Pfnrrmeßner von Triesen durch diese Abtrennung 16 sl. an Gehalt verlor. — Damals waren am Berg 96 Familien. ') Bezüglich der Schule heißt es: „Wegen der Schul sollte jedes Kind vom Berg bezahlen 36 kr. und etliche Kreuz Schindeln. Zu meiner jetzigen Zeit ist vom Berg nur ctwan ein oder das andere Kind teils wegen Weite des Weges und Rauhheit des Wetters, teils aus Abgang der Lebens- mittel, teils auch wegen Verfolgung und Verspottung von Seite der hiesigen Kinder in die Schule herab kommen".
        

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