— 84 — Das Jahr 1781 war ein ausgezeichnetes Weinjahr. Der Pfarrer erhielt z. B. in selbigem Jahre aus seinem Weinberge 2364 Maß ----- 3000 Liter; Zehntwein erhielt er ca. 3500 Liter. 1782 lieferte der Weinberg 210 Viertel, 1783 „ „ 169 ,. 1784 „' „ „ 248 „ 1785 „ ., „ 130 ., Im letztgenannten Jahre wurde der Wein nicht reif. Ein Viertel Wein galt damals 20 Batzen; ein Liter wäre also auf 13 kr. heutiger Währung zu stehen gekommen. Als Pfarrer Wenoweser die Pfarrei antrat, fand er alles, besonders Psarrhof und Pfarrgüter im verwahrlosten Zustande. Sein Vorgänger, Pfr. Konrad, war kränklich und von der Seel- sorge ganz in Anspruch genommen. Ueberdies waren die Leute gegen die Pfarrer nicht so gefällig und zuvorkommend, wie sie es hätten sein sollen und Pfr. Wenoweser beklagte sich in Briefen nach Chur mehrmals bitter darüber. Es sei daraus nur einiges angeführt. „Von dem Pfrundgut, das innere Gartnetsch genannt, hat der Rhein ein Drittel weggerissen. Die Gemeinde wäre schuldig gewesen, den Schaden zu ersetzen, zumal sie am Nheinbruch selbst schuld war. Pfarrer Hoch forderte dies, als unter ihm der Rhein durch Wuhrc zurückgedrängt wurde; aber man wies ihn ab. Er- wähnter Rheinbruch erfolgte, nachdem die Gemeinde Triesen mit Sevelen ein geschriebenes Abkommen getroffen hatte, gemäß welchem sie von der Kapelle bei den Balzner Wiesen in der geraden Linie gegen das weiße Haus in Vaduz ein Streichwuhr bauen sollte. Statt dessen errichteten die Triesner aber ein festes bergmäßiges Wuhr über eiue Viertelstunde lang, so daß man vom Neufeld- gatter gerade auf das Wuhr hinausfahren konnte, und zwar wurde das Wuhr in den Rhein hinein gebaut, zur Nachtzeit gearbeitet, so daß den Sevelern die Wucht des Stromes zugeleitet wurde -). Das kam die Triesner teuer zu stehen; sie mnßten tüchtig Strafe -) Als Gegenstuck sei hier erwähnt, daß bei einem Handel, den die Seveler gegen die Buchser hatten, letztere den Sevelern vorhielten: „Wißt ihr nicht mehr, daß wir für euch in der Nacht haben wuhrcn müssen gegen die Triesner?-' — Die Seveler hatten sich nämlich verpflichtet, nicht weiter zu wuhrcn. —
        

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