— 83 - 4 Uhr. Dann ging man in Prozession heim. Am Freitag und Samstag wurden in den einzelnen Gemeinden die Beichten abge- legt. Am Sonntag war nach' Vor- und Nachmittagspredigt Schluß der Volksmissio». Der Missionär hatte Wohnung im herrschaft- lichen Zollhause. Die Richter der Gemeinden wollten alles bezahlen und dem Missionär für seine Mühe ein Honorar geben; aber er nahm es nicht an. Am 16. Oktober (am Gallusfeste) 1785 feierte Johann Georg Frömmelt seine Primiz, nachdem er in Augsburg seine theologischen Studien vollendet hatte. Pfarrer Wenoweser schildert die Feier folgendermaßen: „Um 9 Uhr standen wir: Primiziant, Prediger, Assistenten, Pfarrer uud Cooperator mit Chorrock und Stola angethan parat im Pfarrhofe. Dann schritten wir unter dem großen Baldachin, der zwei Jahre vorher durch Jungfrau Katharina Nigg um 68, fl. gekauft worden war, der Kirche zu, voraus die Mädchen und Jungfrauen mit Kränzen festlich geschmückt, hinter dem Kreuz die geistliche Mutter und Braut, darauf der Prediger, dann unter dem Baldachin der Primiziant und die Assistenten. Den Baldachin trugen der regierende Landammann Laurenz Tschetter von Schaan, Altlandammann Johann Wachter von Vaduz und die beiden Richter von Triesen. Der Zug ging in die Pfarrkirche. Vor dem Hochaltar angekommen wurde der Hymnus 
Veni OeHtor gesungen. Dann begann der Prediger, Herr Johann Fritsch von Bregenz, Pfarrer in Sargans, seinen zweistündigen ausgezeichneien, für das Kirchenfest, die Primiz und für das sehr zahlreich anwesende Volk passenden Vortrag. Die Kirche konnte das Volk nicht fassen und sehr viele standen draußen. Dann folgte das Hochamt. Beim Gesangchor wirkten auch mit H. Hofkaplan Fink von Vaduz, Verwalter Fritz und Polizeimann Anton Boß von ebeudort. Am Schlüsse des Gottes- dienstes nahm der Primiziant auf der Epistelseite das Opfer in Empfang. Und obgleich während des Amtes schon zwei Geschworene das Opfer bei den Außenstehenden eingenommen hatten, traten doch noch die Meisten von diesen, nachdem das Volk zum Teil die Kirche verlassen hatte, in dieselbe ein und opferten zum zweiten Mal, so daß das ganze Opfer 80 fl. betrug." Frömmelt wurde dann Benefiziat in Lenz und Kaplan in Balzers, wo er am 14. Febr. 1801 starb. Er wurde in der Pfarrkirche in Triesen begraben.
        

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