— 70 — thek von über 200 Bänden. Leider war man nicht genug auf die Erhaltung derselben bedacht und soll ein großer Teil der Bücher entwendet und sonstwie verloren gegangen sein. Der Cooperator war schuldig, wöchentlich für die Stifter 3 hl. Messen und wöchentlich eine in Masescha zu lesen, dem Pfarrer in der Seelsorge auszuhelfen, im Winter von Ende November bis Anfangs März Schule, Herbst und Frühling am Berg Kinder- lehre zu halten. Das Collaturrecht behielt sich der Stifter für seine Lebens- zeit vor, nachher sollte es dem Diöcesanbischose zustehen. Pfarrer von Kriß ist auch Stifter des nach ihm benannten .Studienstipendiums. Für diesen Zweck vermachte er den ihm gehörigen Zins vom Lehenbüchel im Betrage von 60 Viertel Wein und 1 Pfd. Pfg. Geldzins, ferner seinen Wein-, Heu- und Obstwachs auf dem Lehenbüchel, ein Gut in Sax und die Donats- bündt in Balzers. Die Verleihung des Stipendiums solle dem jeweiligen Landammann, dem Pfarrer von Triefen uud den drei älteren Gerichtsmännern zu Triesen, Berg und Balzers zustehen. Diese sollen dafür sorgen, daß die Stiftung intakt bleibe und gut verwendet werde. Das Stipendium soll Einein oder Zweien in der Grafschaft seßhaften Landeskindern, die wenigstens die Grammatik absolviert haben und mittellos sind und zwar in der Regel nicht länger als auf 7 Jahre zum Zweck des Studiums verliehen werden. Dabei solle ein Verwandter des Stifters einem anderen, einer ob dem Maierhof einem unter demselben, ein Triesner einem Balzner vor- gezogen werden. Sind keine Studierenden, die das Stipendium anstreben oder dessen würdig sind, vorhanden, so soll es Anderen zugewandt werden, zur Erlernung eines Handwerkes oder zu anderen mild- thätigen Zwecken. Die Studenten, die das Stipendium beziehen, sollen all- jährlich gute Zeugnisse bringen, sonst aber das Stipendium verlieren. In Jahren, in denen die Weinernte mißriete, müßten sich die Stipendiaten gleichwohl gedulden und die gnädige Herrschaft, ihre Gemeinde, die Landschaft und Geistlichkeit um Unterstützung angehen.
        

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