— 62 — seien die Bilder des hl. Paulus und der hl. Katharina. — Unter Pfarrer Mathys wurden zwei Personen 100 Jahre alt, trotzdem die Zeiten das Leben keineswegs versüßten; denn von 1618 bis 1648 wütete der 30jährige Krieg, der den größten Teil der Be- völkerung Dentschlcmds dahinraffte. Im Jahre 1632 begann der Schwedenkrieg; im Jahre 1647 kamen die Schweden wirklich ins Land und brandschatzten es bis Balzers hinauf. Alles floh vor ihnen in das Gebirge. Die Not und das Elend waren unbe- schreiblich. In einer Schrift aus jener Zeit wird erzählt, daß von äußerster Not getrieben damals einige Familien aus Triesen in evangelische Orte auswanderten, wo sie zwar besseren Lebens- unterhalt fanden, aber um ihren Glauben kamen. Im Jahre 1651 wurde das Kapuzinerkloster in Mels er- baut und von dort an datiert die Aushilfe der Patres in der Seelsorge dahier. Dem Pfarrer Mathys wurde von Seiten der Geistlichkeit des Kapitels unter̂ der Lanquart dadurch eine wertvolle Ehrung zuteil, daß sie ihn zu ihrem Dekan erwählte. Er verließ jedoch die Pfarrei, die ihm bei seinem schon vorgerückten Alter zu beschwerlich geworden sein mag, im April 1652 und übernahm die Pfarrei Tscbars im Vintschgau. Später kam er wieder in dieses Kapitel zurück und starb um 1670 als Kaplan in Schänis. Ehe Psarrer und Dekan Mathys von Triesen schied, stellte er am 22. April 1652 seinen Pfarrkindern ihren neuerwählten Pfarrer vor, nämlich den Herrn 12) Jakob Erny. Dieser war Ns.^. pkü., stammte aus Göfis bei Feldkirch und war vorher Kaplan in Vaduz gewesen. Seine Eltern starben hier und zwar seine Mutter Anna Wolf anno 1655 und sein Vater Hans Erny anno 1656. )̂ ') Er wurde verschen durch H. Georg Büchelnionn, Pfarrer in Bal- ze s 1650-1670. Anno 1654 war Kapitel in Sargans. Da wurde be- schlossen, das Kapitel solle alljährlich am Dienstag nach der Oktav von Fronleichnam gehalten werden und zwar im folgenden Jahre (1655) auf Verlangen des Grasen Franz Wilhelm von Hohenems-Vaduz in Balzert. Am 6. Juni abends erschienen Dekan, Kammerer und Sextar des Kapitels an der Rheinfähre bei Trübbach, konnten aber des hohen Wasserganges wegen nicht übersetzen. Da dies auch am anderen Morgen noch der Fall war, hielten die Geistlichen des rechten Rheinufers allein die Konferenz zu Balzers. Pfarrrr in Schaan war damals Maximilian Pappus von Tratzberg aus Feldkirch.
        

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