— 6! — Der Graf nahm sich seines Pfarrers an und behauptete, auch seine Vorgänger, die Grafen von Sulz, hätten selbst die Pfarrer von Triesen investiert. Bischof Josef war aber nicht der gleichen Meinung und suspendierte den Pfarrer, so daß er keine priesterlichen Funktionen ausüben durfte. Darauf wandte sich dieser abermals bittend an den Grafen, der dem Bischof vorhielt, wie hart es sei, wenn die armen Leute bei so traurigen Zeiten auch des geistlichen Trostes entbehren müßten. Aber auf seine vermeint- lichen Rechte wollte der Graf doch nicht verzichten. Der Bischof scheint nachgegeben zu haben und der Pfarrer blieb im Amte ohne investiert zu sein, wie seine beiden Vorgänger Bilger und Regele. Als er aber im Jahre 1642 auf die Hofkaplanei St. Florin nach Vaduz gehen wollte, ließ Bischof Johann VI. dem Grafen Franz Wilhelm durch den Dekan Naule melden, daß es dazu einer schriftlichen Präsentation bedürfe, ohne diese werde der Bischof den Pfarrer nicht gehen lassen. Der Graf Protestierte abermals, indem er sich auf das Beispiel seines Vaters und der Herren des schwäbischen Kreises berief. Pfarrer Mathys blieb auf der Pfarrei noch 10 Jahre. Am 13. Jänner 1640 konsekrierte Fürstbischof Johann VI. den linken Seitenaltar in der St. Wolfgangskapelle und firmte daselbst 200 Kinder. Die Kapelle scheint also ziemlich geräumig gewesen zu sein. Bei dieser Firmung war für alle Firmlinge nur ein Pathe, nämlich Anton Banzer, und nur eine Pathin, nämlich Agatha Bargetzi. Bei Gelegenheit dieser Firmung visitierte der Bischof auch die anderen Kirchen. Das Resultat lautete: Die Marienkapelle am Rhein (die alte stand noch) sei eng und habe nur zwei kleine Altäre. Die St. Mamerten-Kapelle drohe einzustürzen; auch der Thurm sei schlecht. Die Kapelle solle abgebrochen werden. Die Pfarrkirche habe große Risse wegen der schlechten Fundamente. Auf der rechten Wandfläche seien Ge- mälde von Leiden der Märtyrer. Der Hochaltar habe Statuen von der Muttergottes und dem hl. Gallus und Gemälde von den 40 Märtyrern. Auf der Evangelienseite werde das hochw. Gut aufbewahrt in einem Sakramentshäuschen mit eisernem Gitter, mit einem Velum umhängen. Auf dem rechten Seitenaltare sei das Rosenkranzbild mit den 15 Geheimnissen; dieser Altar sei sehr schön (er war noch ganz neu). Auf dem linken Seitenaltare
        

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