— 57 — Barbara zu Ehren, wegen der leidigen Sucht der Pestilenz, so vermahlen an allen Orten grassieret." l) Es wurden gestiftet 2 Lovämter, 1 Seelamt und 2 hl. Messen, zu halten alljährlich 8 bis 14 Tage nach Ostern. Das Stiftungskapital betrug 105 fl. Aus den Zinsen erhielt der Pfarrer von Triesen 56 kr., jeder der vier anderen beim Jahrtag anwesenden Geistlichen 45 kr., die Kapelle 1 fl, der Meßner 4 kr. und der Einzieher 15 kr. Bei der ersten Jahrzeit anno 1630 waren außer dem Stifter zugegen: Adam Naule, Canonicus und Pfarrer zu Schaan, Balthasar Mathys, Pfarrer zu Triesen, Christian Brandiser, Schloßkaplan auf Guten- berg, und David Renn, Hofkaplan zu Vaduz. Ginge der Jahr- tag einmal ein, z. B. infolge Abfallens vom katholischen Glauben, so solle das Kapital an den Stifter oder dessen Erben zurücksallen. Aus den Opfergeldern, die besonders von Pestkranken reich- lich für die Kapelle von Masescha flössen, wurden dann Kapitalien angelegt. 1632 nahm Franz Lampart 25 Pfund Pfennig auf. 1642 Nov. 11. versicherten Paul Getsch und seine Hausfrau Margaretha Pfeiffer dem St. Sebastian „Gottshus und Kirchen" 12 fl. Kapital ans einem Stück in der Reute gelegen. Im gleichen Jahre verkauften Thebus Thöni und Johanna Beck, seine Hausfrau, mit Gunst des Landammnnns Thomas Hilty der St. Sebastians-Kapelle 1 Pfd. Pfg. Zins ab ihrem Gut unter dem Büel gelegen. 1645 zinsete Georg Thöni am Berg derselben Kapelle 10 Schilling Pfg. und 1660 Johann Schürte und seine Hausfrau Eva Barbier 30' kr. Am Sebastianstag (20. Jänner) fand von den benach- barten Gemeinden die jährliche Bußprozession nach Masescha statt, nm Hilfe gegen die Pest zu erflehen. Was aber den Kirchen- patron angeht, so war die ursprüngliche Kapelle offenbar der Mutter Gottes geweiht und hatte den HI. Theodor zum zweiten Patron. Seit der Pestzeit, zu Anfang des 17. Jahrhunderts und nach Vergrößerung der Kapelle traten mehr die Pestpatrone St. ') Das Jahr 16S9 war ein schreckliches Pcstjahr. In Triesen sollen 70 Personen in ein Grab gelegt worden sein. In der Gemeinde Warrau starben in diesem Jahr über 70t) Personen, in Sargans mehr als die Hälfte der Einwohner.
        

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