— 52 — Zeit davon nichts melden. Die i. I. 1455 eingeweihte Kirche aber war dem hl. Gallus geweiht; sehr wahrscheinlich, daß auch die frühere diesem Apostel Alamanniens geweiht war. Im Jahre 1383 siegelte der Ammann Junker Hans von Unterwegen eine Urkunde, in welcher ein Kunz Tront von Schaan dem Leutpriester (Pfarrer) zu Triesen 6 Pfenning jährlichen Zins vermachte zu zwei Jahrzeiten. Das ist die älteste noch be- kannte Jahrtagstiftung für diese Pfarrpfründe. Der älteste dem Namen nach bekannte Pfarrer von Triesen ist 1) Ulrich Pitschy. Er stammte von Tomüls im Domleschg. Ein Verwandter dieses Pfarrers und gleichen Namens hatte i. I. 1483 in Vaduz ein Haus, in welches Freiherr Sigmund von Brandis die Vertreter der streitenden Gemeinden Triesenberg. und Schaan-Vaduz zu einer Verhandlung einlud. Pfarrer Pitschy hatte in den Jahren 1407 und 1408 einen Streit mit dem Inhaber des Churer Zehnten, wovon bereits die Rede war, und scheint ein thatkräftiger Mann gewesen zu sein. Unter ihm wurde auch die Marienkapelle restauriert. Die Pfarrei Triesen gehörte zum großen Landkapitel, das sich von der Lanquart bis zum Wallensee und bis Feldkirch er- streckte und „Kapitel unter der Lanquart" genannt wurde i). Die Pfarreien des heutigen Fürstentums Liechtenstein gehörten diesem Kapitel an bis zum Jahre 1717, wo sie sich an das Lapituluin Drusig-nuiri d. h. an das Kapitel anschlössen, das in Vorarlberg zum Bistum Chur gehörte, und die Pfarreien von Götzis bis zum' Arlberg, das Montavon und Paznaun umfaßte. Von diesem wurden unsere Pfarreien abgetrennt im Jahre 1808, da Vorarl- berg dem Bistum Brixen zugeteilt wurde. In dem Protokollbuche dieses altehrwürdigen „Kapitels unter der Lanquart", das die Stürme der Reformation überdauerte, sind als Nachfolger des Pfarrers Pitschy erwähnt: Rudolf Schaler und Heinrich Viniger. 2) Rudolf Schaler mag dem Pfarrer Pitschy um das Jahr 1420 gefolgt sein und die Pfarrei bis ungefähr 1450 ver- waltet haben. Ihm folgte 3) Pfarrer Heinrich Viniger bis 1470. ungefähr. Näheres über diese beiden Pfarrherren konnte ich nicht finden. ') Im Jahre 1275 war Hainrich von Schaan Dekan unter der Lanquart.
        

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