50 — Um das Jahr 1300 (wahrscheinlich aber schon um 1280) war die Ansiedlung der Walliser am Triesenberg er- folgt. Die Walliser bildeten zwar von Anfang an eine eigene poli- tische Gemeinde (oder mehrere Genossenschaften), gehörten aber kirchlich 5 Jahrhunderte lang zur Pfarrei Triesen. Die Gemeinde Triesenberg stand der von Triesen an Seelenzahl nicht nach, dehnte sich zudem über den ganzen Triesenberg aus, anfangs sogar über die höheren Punkte von Prafatscheng, Masescha, Gurtenalp, Solum ?c. Die Eingewanderten erbauten in 
Masescha — dem Mittelpunkte ihrer Ansiedelungen — ein Kirchlein zu Ehren des Patrons, der Walliser, des hl. Theodor (gewöhnlich Theodul, im Volksmunde St. Joder genannt). St. Theodor ist der erste urkundlich nach- weisbare Bischof von Wallis, ja der Schweiz überhaupt. Er nahm i. I. 381 unter dem hl. Ambrosius Teil an einer Synode zu Mailand. Die Sage, die sein Leben uinwoben hat, erzählt von ihm auch, er habe die erste Glocke aus Italien nach dem Wallis gebracht und einew Teufel gezwungen, dieselbe über die Alpen zu tragen. Daher wird er abgebildet als Bischof und von einem eine Glocke tragenden Teufel begleitet. Ein solches, Wohl aus dem 14. oder 15. Jahrhundert stammendes Gemälde findet sich, auf An- ordnung und Kosten Sr. Durchlaucht des Fürsten Johann II. 'neu- restauriert, noch in der Kapelle zu Masescha. Die Kirche feiert den hl. Theodor am 16. August. Sehr wahrscheinlich ging daher die Prozession, die jetzt am genannten Tage (an welchem auch St. Rochus gefeiert wird) nach Triesenberg stattfindet, ehemals am gleichen Tage nach Masescha, um dem Gottesdienste zu Ehren des Kirchenpatrons St. Theodor beizuwohnen. Sehr häufig hatte der Pfarrer von Triesen in der Kapelle zu Masescha zu funktionieren, und die meisten Taufen und Kopu- lationen für die Triesenberger fanden dort statt. Zum Gottesdienste an den Sonn- und Feiertagen und zu den Begräbnissen mußten sich die Walliser aber in der gemeinsamen Pfarrkirche zu Triesen einfinden. Sie hatten in der Pfarrkirche das ewige Licht zu unter- halten und mußte zu diesem Zwecke jede Familie je nach Ver- mögen und gutem Willen an dem Sonn- und Feiertage Schmalz abliefern, an welchem die Jahrzeit für die betreffende Familie ge- halten wurde. Diese Abgabe hatten sie zu leisten als Anerkenn- ung dafür, daß sie bei ihrer Einwanderung ohne
        

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