- 40 — schied die Parteien auf den 19. Oktober 1640 nach Feldkirch. Du Triesener warteten deshalb mit der Weinernte bis zu diesem Tage, in der Hoffnung, der Zehent werde dem Rainolt wieder zugesprochen, für welchen sie mehr Sympathien hatten als für die von Bünden, weil er katholisch war. Sie perdachten es der geistlichen Behörde sehr, daß sie anderer Gesinnung war, und dem Pfarrer von Triesen, daß er „so viel gemainsmnbe mit den Püntischen Unkatholischen gehabt, sie sambt den Predikanten behaußet, behoffet. Gastiert, auch so gahr ain Kutten oder Rockh. oder darzu Tuch oder Zeug empfangen" habe. Man sieht, der Dorfklatsch war in Thätigkeit! Am 21. Oktober wurde aber der Zeheut-Weinmost über die Luziensteig abgeführt (230 Viertel) und am 29. Oktober gingen die Fruchtfuhren ab, nachdem dem Wirte zu Triesen an Zehrungs- kosten 30 Viertel Wein abgetreten worden waren. Vor das Untersuchungsgericht zu Feldkirch am 19. Oktober wurde sogar der Fürstbischof resp, sein Procurator geladen. Dabei hatte' der Stadtammcmn von Feldkirch den Einfall, dem Kaplan Chr. Lußmann, der die Citation nach Chur bringen mußte, einen Stadtpolizist beizugeben. Sie verließen am 18. Oktober (1640) nachmittags Feldkirch und kamen abends nach Triesen. Da sie daselbst des Bischofs Kaplan und einige bündnerische Musketiere antrafen, wagten sie dort nicht zu bleiben und übernachteten zu Balzers. In der Frühe des folgenden Tages brachen sie dort auf und kamen zur Mittagsstunde in Chur an, wo sie im weißen Kreuz einen Trunk nahmen. Dann begaben sie sich in Begleitung eines bischöflichen Beamten aus Feldkirch in das Schloß, wo der Hofmeister sie empfing. Als dieser aber den Feldkircher Polizei- mann erblickte, befahl ec ihm, namens des Fürstbischofes, sofort nicht blos das Schloß, sondern auch die Stadt und Bünden zu verlassen, wenn ihm seine Freiheit lieb sei. Sofort verließ der Betroffene das Schloß und eilte dem weißen Kreuz zu, wo sein Pferd auf ihn wartete. Zum Glück traf er auf der Straße einen Bekannten, der ihm eine Halbe Wein bezahlte und einige Krenzer für die Heimreise lieh, die nun in größter Eile angetreten, wurde. Unterdessen hatte der Kaplan dem Bischöfe die Citation überreicht, aber von demselben auch ein ernstes Kapitel zu hören bekommen, so daß er auf eine ihm angebotene Erfrischung verzichtete, im
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.