— 39 Dies war nun die Ursache eines mehrere Jahrzehnte an- dauernden Handels, der manche interessante Episoden aufweist. H. von Haldenstein beharrte auf seinem Rechte und betrat den Rechtsweg und ein Gericht in Chur entschied zu seinen Gunsten. Der Bischof blieb fest zu Gunsten Rainolts, der auch thatsächlich von 1623—163? den Zehnten einheimste. Im Jahre 1623 z. B. gab der Zehent an Korn 80 Viertel, obwohl die Vögel und die Mäuse arg gehaust hatten. Das Domkapitel war mit dem Ver- kaufe an den Rainolt nicht einverstanden, fand darin eine Schädigung des Stiftes und appellierte an den päpstlichen Nuntius zu Luzern. Der Bischof rechtfertigte sein Vorgehen mit Berufung auf das Urteil sachkundiger Männer, die bezeugen mußten, daß er im Inte- resse der Kirche nicht anders handeln konnte. Der würdige Bischof Johann V. starb übrigens schon am 30. Aug. 1627. Sem Nach- folger Bischof Josef stand auf Seite des Domkapitels und des H. von Schauenstein. Anch Bischof Johann VI., der im Februar l636 die Regierung antrat, ein ausgezeichneter Kirchenfürst, er- klärte den Kauf durch Rainolt für kraftlos. Auf sein Bitten arrestierte Graf Caspar im Jahre 1637 den Zehnten und über- ließ ihn dann dem Hauptmann Salis zu Maienfeld, dem Vertreter des H. v. Schauenstein. Darüber beklagte sich Rainolt beim Land- gerichte zu Rottweil, nachdem er einer Citation vor das Churer Gericht nicht Folge geleistet hatte. Der Entscheid des geistlichen Gerichtes, welches dem Rainolt die Lehenrechte absprach, wurde auf der Kanzel zu Triesen verkündet. In den Jahren 1637—1639 bezogen die von Salis den Zehnten; aber im Sept. 1640 verbot auf Befehl des Grafen das Regierungsamt den Triesnern und Triesenbergern den „Püntnerischen" die Früchte auszuliefern und erntete im selbigen Jahre wieder Rainolt. Im folgenden Jahre 1641 wurde im Auftrage des Bischofs durch den Pfarrer von Triesen und den Dekan den Triesnern unter Androhung kirchlicher Strafen befohlen, dem Stadtammann Rainolt nichts vom Zehnten ausfolgen zu lassen, da der Päpstliche Nunnus jede Zehentabgabe vorderhand inhibiert hatte. Im Oktober erschienen aber bünd- nerische Soldaten ab der Steig mit Flinten bewaffnet zur Einfexung des Weines und wurden in den Törkeln aufpostiert. Abt Johannes von St. Luzi, dem vom päpstlichen Nuntius die Untersuchung der Angelegenheit übertragen worden war, be-
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.