— 35 — er jährlich der Pfarrkirche 4 Viertel Opferwein, und einen Acker, wovon er jährlich 12 Pfennige für einen Jahrtag zu zahlen hatte. Am Dienstag nach St.' Martinstag 1458 kaufte Hans Vier- abend zu Triesen dieses Lehen und verpflichtete sich zu geben jähr- lich zur Herbstzeit „so mau wimmet, in dem Torkel unter der Rinnen zu Trysen im Dorf tugentlich als Opferwein ein Fuder guten ehrbaren weißen Wein und für den Jahrtag 1 Pfund Pfg." Sollte aber der Wein mißraten, so wurde er für jedes Viertel Wein 18 Pfennig zahlen. Später kam der Lehenbüchel in den Besitz des Pfarrers v. Kriß, der ihn für das von ihm gestiftete Stipendium vermachte. II. In dem um das Jahr 1000 abgefaßten Einkünfte-Rodel des Hochstiftes Chur ist Triesen noch nicht erwähnt; demnach hatte das Hochstift hier damals noch keine Einkünfte. Aber seit dem 13. Jahrhundert besaß dasselbe einen bedeutenden Teil des Triesner Zehnten. Im 14. Jahrhundert hatte ihn die rittermäßige Familie Heer in Pacht, die im Dienste der Grafen zu Vaduz stand. Im Jahre 1380 trat der Edelknecht Johann Heer, Sohn des Ritters Rudolf Heer, welcher gräflicher Vogt zu Bludenz und dann Ammann zu Vaduz gewesen war, das von seiner Familie bisher innegehabte halbe Zehentlehen zu Triesen mit Genehmigung des Bischofs Johann II. an den Feldkircher Bürger Heinrich Stöckli ab, nachdem dieser Letztere die andere Hälfte des Lehens bereits von Wilhelm von Reichen st ein zu Tri esen erkauft hatte. Wilhelm von Reichenstein hatte mit (seinem Schwiegervater) Heinz von Unterwegen früher allen Triesner Zehnten zu Lehen empfangen; die Hälfte, welche der Letztgenannte bekam, war später auf die Heer übergegangen. Heinrich Stöckli besaß also von 1380 ab den ganzen Triesner Zehnte» des Hochstists als erbliches Lehen, erblich für „sün und tochtran". Aber schon 27 Jahre später finden wir dieses Lehen wieder in anderen Händen, nämlich in denen des herrschaftlichen Ammannes Hainz von Unterwegen zu Vaduz, während Bischof Hartmann II. einen Zehnten am Triesnerberg dem Hainz Lugner daselbst übertragen hatte. In der Zeit, da Hainz von Unierwegen') das chnrische ') Das Stammschloß derer von Uutcrwcgen stand im Schanfigg oberhalb Chur.
        

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