— 27 ,- Roggenburg und St. Luzi, sowie besonders der in diese Zeit fallende Schwedenkrieg verursachten eine Verzögerung der Streitsache. Es war eine Zeit größter Drangsal und Not, die, wie ein Schriftstück aus jenen Tagen sagt, den armen Leuten blutige Thränen auspreßte. Ein Triesener Pfarrer bekannte dem Landes- herrn, dem Grafen Kaspar, daß er nicht den dritten Teil seines Einkommens selbst genießen könne und, um leben zu können, von seinem väterlichen Vermögen zehren müsse. Es muß aber auch anerkannt werden, daß der Lehenzins 6 Pfd. weniger 3 Pfennig für ein so viele und große Güter um- fassendes Lehen viel zu gering war. Dies war der Lehenzins von 1429; aber in den 200 Jahren, die inzwischen verflossen waren, hatte das Geld sehr viel an Wert verloren ; was 1429 6 Pfund Pfennig wert war, wurde a. 1629 vielleicht mit 20 Pfund be- zahlt. Ueberdies war das Kloster durch die Wirren der Refor- mation und den Schwedenkrieg in die größte Dürftigkeit gefallen und hatte die 600 fl., die es dem K. v. Ramschwag für den Bau des zum St. Luzi-Lehen gehörigen Hauses und für Ver- besserung der Güter als Abfindungssumme bezahlen mußte, bei Privaten in Schwaben entlehnen und auf den Triesner Lehengütern versichern müssen. Die 6 Pfund weniger 3 Pfg., die ihm die Lehen- leute bezahlten, deckten nicht einmal die Zinsen für jenes Kapital. Zudem schalteten die Lehenleute mit den Lehengütern nach Willkür, obwohl sie a. 1610 einen Revers ausgestellt hatten, daß sie ohne Einverständnis des Klosters an den Gütern nichts ändern würden. So brachen sie, wie aus den Klosterakten hervorgeht, eigen- mächtig die Kapelle ab. Sie mag allerdings, da sie klein und schon 200 Jahre alt war, baufällig gewesen sein. Zum Neubau einer Kapelle wurden Gaben gesammelt. So z. B. wurden anno 1623 für diesen Zweck vermacht.- Von Jakob Kindlins Margreth 12 fl. von Peter Lampert̂ seiner Hausfrauv seelig und seiner Sticffdochter und Dochtermann 10 fl. ') Der Handel war bereits wieder beim Landgerichte Rottweil an- hängig gemacht und den Advokaten viel Geld gegeben worden, welch letztere übrigens damals in ihren Forderungen viel bescheidener waren als heutzu- tage. Pro Tag forderten sie nur 1 fl. 30 kr. und freie Bertostigung. Z
        

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