— 265 ^- eine Abteilung Bünden zu besetzen hatte, zog Jardon mit der andern von Balzers nach Nendeln, um sich Feldkirchs zu bemäch- tigen. Die Oesterreicher wichen nach Feldkirch zurück. Die Fran- zosen griffen noch am gleichen Tage die Position von Feldkirch an, wurden aber mit beträchtlichen Verlusten zurückgeworfen. Während die Oesterreicher voll Mut und Zuversicht auf einen er- neuten Kampf sich gefaßt hielten, kam unerwartet au ihren An- führer Jellachich der Befehl, mit seiner Mannschaft sofort Feld- kirch zu verlassen und sich nach Tirol zurückzuziehen. Nun fiel die Stadt ohne Schwertstreich in die Hände der Franzosen, die schon im Begriffe gewesen waren — abzuziehen! Auch jene Ab- teilung, die am 13. Juli von Balzers gegen die Steig zog, ge- wannen dieselbe uud auch ganz Bünden ohne namhaften Widerstand. Unser Land blieb nun zwar von Militär frei, hatte aber fortwährend beinahe unerschwingliche Contributionen zu leisten, sowohl an den schwäbischen Kreis als auch an die Franzosen, die in Vorarlberg standen. Mit jedem Monat kamen Forderungen an Geld und Naturalien. Im November z. B. befahl General Rey, innert 4 Tagen hätte das Fürstentum 200 Paar Schuhe zu liefern bei Strafe von 1000 fl. Eine persönliche Vorstellung des Land- ammannes Kindle von Triesen half nichts. Die Gemeinde Triesen hatte vom 1. Jänner 1795 bis 23. Jnli 1798 an Verpflegung von Soldaten und Pferden und für Fuhren geleistet 6331 fl. 17 kr.; bis 1801 wurden die betreffenden Leistungen mit 33,122 fl. 30 kr. taxiert und hatte die Gemeinde überdies 13,950 fl. 50 kr. an die mehr belasteten Gemeinden Balzers, Vaduz und Schaan hinaus- zuzahlen. Der Gesamt schaden der Gemeinde belief sich also auf ea. 47,075 fl. — Das Stcuerkapital der Gemeinde wurde damals mit 56,195 fl. berechnet! Die Gesamtsumme der Kriegserlittenheiten der oberländischcn Gemeinden belief sich (die Contributionen, die ebensohoch waren, nicht mit- gerechnet) auf 326,554 fl. Daran mußten alle Gemeinden nach einem gemeinsamen Steuerfuß partizipieren. Das führte zu mehr- jährigem erbittertem Streite, da die von Einquartierungen weniger als die an der Landstraße gelegenen Gemeinden den Ersatz an barem Gelde leisten mußten. Es wurde den Gemeinden Balzers, Vaduz und Schnein vorgeworfen, daß sie viel zu hohe Taxen an- gesetzt und darum viel zu hohe Rechnungen eingegeben hätten, und
        

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