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den 14. Mai war der zweite Versuch gegen die Luzien- steig, die als das „schweizerische Gibraltar" für äußerst wichtig gehalten wurde, festgesetzt und diesmal gelang den Oesterreichern das Unternehmen vollständig. Massena hatte wenige Tage vorher die Festung selbst besichtigt, die Besatzung verstärkt und alle An- ordnungen zu einer energischen Verteidigung getroffen. Die Umgehungen über den Fläscherberg uud über Guscha wurden diesmal fallen gelassen, die Festung vielmehr von folgenden vier Seiten: von Balzers, von der Maienfelder Alpe, von der Seewiser Alpe und vom inneren Prättigau aus angegriffen. Bei jeder dieser vier Abteilungen waren neben dem regulären Militär auch Kompagnien von Landesschützen aus Vorarlberg. Schon einige Tage war durch die Landleute Proviant und Munition auf 'die Höhen vorausgetrngen worden. Der Schnee lag oben noch sehr tief und ein beißender Wind strich, sodnß manche beinahe erfroren. 26,000 Mann hatte Hotze unter seiner Führung, wovon aller- dings ein Teil zur Bewachung der Nheinlinie verwendet werden mußte. Hotze kam in der Nacht vom 13. auf den 14. Mai mit seiner Kolonne (6 Bataillone und 8 Eskadrous) in aller Stille nach Balzers, nachdem er bei der Thalenge bei Triesen den feind- lichen Batterien glücklich entronnen war. In der nämlichen Nacht ließ er am Rhein bei Balzers Batterien von Zwölfpfündern er- richten, um die Straße von Werdenbcrg nach Ragnz zu sperren, und besetzte gleichzeitig den Fläscherberg, das Mälsnerholz, die Wiesen vor der Festung bis auf die Höhen von And. Seine Aufgabe war, den Feind in der Front und auf beiden Seiten zu beschäftigen. Diese Mannschaft war zur Ersteigung des Fcstungswnlles mit Leitern versehen. Die anderen Kolonnen hatten 12 Stunden, oft durch klafterhohen erweichten Schnee zu marschieren. Dennoch hatte mit Anbruch des Tages (14. Mai) jede ihr Ziel erreicht. General Jellachich stand auf der Maienfelder und General Hiller nnf der Seewiser Alpe. Jellachich ließ 1 Bataillon und 2 Kom- pagnien mit den Feldkircher uud den Blndenzer Schützen durch das „Kleck" herabdesilieren, um die Festung im Rücken anzugreifen. Er selbst stand auf der Höhe zwischen Mnienfeld nnd Jenins, be- setzte diese zwei Orte und ließ Malans angreifen, während eine andere Abteilung gegen die untere Zollbrücke am Rhein vorging,
        

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