— 255» ,— dem Kartatschenseuer des österreichischen Geschützes empfangen, welches ihnen 100 Mann kostete und sie Vertrieb. Der französische General Chabrau ermunterte seine Mannschaft zu einem noch- maligen Versuch, ließ die Musik spielen und unter großem Ge- schrei wurde die zweite Ueberfahrt wirklich vollzogen. Aber da standen einige österreichische Kompagnien und die Bündner Kom- pagnie des Hauptmanns von Gugelberg, von Artillerie zweckmäßig unterstützt, in verschanzter Stellung. Ihr Widerstand war so nach- drücklich, daß die Franzosen sich in dem Gesträuch am Ufer in eine Plänklerkette auflösten und nichts mehr wagten, bis die Oester- reicher am Abend infolge des Verlustes der Steig weichen mußten. Den Uebergang bei Trübbach gedachten die Franzosen insolge einer tags zuvor bewerkstelligten Untersuchung des Flußbettes mittelst Durchwatens auszuführen. Allein noch am Abend war der Föhn eingetreten und hatte eine Schneeschmelze bewirkt, wo- durch der Wasserstand bedeutend erhöht wurde. Eine Abteilung, welche voranschritt, verlor den Grund, einige ertranken und eine Schwadron Husaren mußte den übrigen schleunigst heraushelfen. Inzwischen wurde der Bau einer Bockbrücke begonnen und nach- dem sich Massena persönlich überzeugt hatte, daß der Bau ohne Schwierigkeiten bis zur Mitte des Flusses vorgeschritten war, so ließ er auch einen Teil der bei Ragaz stehenden Truppen Herab- kommen und nachmittags 2 Uhr standen sie an der beendigten Brücke zum Uebergang bereit. Auffallenderweise war dieser durch die Schifffähre der ganzen Umgebung wohlbekannte Uebergangs- punkt ohne Verteidigung geblieben, da das bei Balzers stehende Bataillon Gradiskaner in die Luziensteig hinaufgerufen worden war, das zum Ersatz bestimmte Bataillon Os Vins aber zu spät zur Stelle kam und weichen mußte. Der Uebergang ward also auch hier vollzogen und um 3 Uhr waren die Franzosen im An- gesichte der Luziensteig. Die Besatzung der Schanze bestand aus 2 Bataillonen mit 4 Kanonen. Kommandant war Oberstlieutenant Haßlinger, ein Greis von beinahe 80 Jahren. Von den Franzosen erstiegen 2 Kompagnien Grenadiere die Guschneralp und 1 Bataillon den Fläscherberg. Ein frisch gefallener Schnee setzte den Bewegungen dieser Truppen die größten Hinder- nisse entgegen. Mittlerweile ward auch gegen die Front der Festung , ? »
        

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