— 254 — österreichische Armee in Bünden erhielt ihre Zufuhr von Vorarl- berg her. Die Vorarlberger Fuhrleute brachten dieselbe bis Vaduz; von da zur Luziensteig mußten die hiesigen Fuhrleute den Trans- port übernehmen. An der ganzen diesseitigen Rheinlinie vom Bodensee bis Chur standen österreichische Wachtposten. Im Frühling des folgenden Jahres (1799) fand der Ein- fall der Franzosen statt. General Massen«, Befehls- haber einer Armee, die 38,000 Mann stark war, langte nach Unterwerfung der Schweiz in der Nacht vom 5. auf den 6. März in Azmoos — Balzers gegenüber — an. Das bündnerische Rheinthal hielten die Oesterreicher unter General Auffenberg besetzt. Eine Kompagnie befand sich zu Disen- tis zur Unterstützung der sranzosenfeindlichen Landleute des oberen Bundes, um den von Uri einbrechenden Feind abzuhalten. Ein Regiment war zwischen Reichencm und Maienfeld 
verteilt; Fläsch und Luziensteig hielt ein Bataillon besetzt; ein Bataillon Gradis- kaner stand in Baizers, teils um die Verbindung mit Graubünden zu unterhalten, teils um nötigenfalls die Besatzung der Luziensteig zu verstärken; ein Bataillon ve Vws war zwischen Balzers und Feldkirch aufgestellt. Oberkommandant der Oesterreicher war Feld- marschalllieutenant Hotze, dessen Armee von Bregenz bis Disentis verteilt war und aus 24,600 Mann Infanterie und l400 Mann Kavallerie bestand. Am 6. März, morgens 4 Uhr, gab Massena das Zeichen zum Vorrücken und erst etliche Stunden später ließ er an General Auffenberg eine Aufforderung zur Räumung Graubündens ab- gehen. Eine Abteilung Franzosen stieg über den Kunkelspaß und drang bis Reichenau vor. Massena aber trachtete mittelst eines Rhein- überganges der Luziensteig Meister zu werden, um zugleich den Oester- reichern in Bünden die Verbindung mit Vorarlberg abzuschneiden, Es sollte dabei der Rhein gleichzeitig an drei Stellen überschritten werden, nämlich bei Bendern (durch General Oudinot, welcher auf Feldkirch losgehen sollte), bei Trübbach (um die Luziensteig von vorne anzugreifen), und bei Fläsch (um die Luziensteig im Rücken zu nehmen). Zwischen 6 und 7 Uhr früh begannen die Angriffe. Bei Fläsch wurde auf einigen Kähnen Infanterie eingeschifft; so- bald sie aber die Mitte des Flusses erreicht hatte, wo ohnedies das hohe Wasser die Fahrt aufhielt, wurden die Franzosen von
        

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