— 233 — Schlimmes hatten die Gemeinden während des spanischen Erbfolgekrieges (1700—1714) zu ertragen, besonders da im Jahre 1707 die kaiserlichen Truppen freien Durchzug durch Bunden nach Italien erhielten. Da begannen die Plagen der Durchmärsche und Kriegsfuhren. Nur vom 20. Mai bis 19. Juli 1707 hatte Triesen allein 1678 Mann und 513 Pferde einen Tag nnd eine Nacht zu verpflegen gehabt, 35 Vorspannwagen und 24 Reitpferde ge- stellt. Die Durchziehenden waren deutsche Truppen, Pfälzer und Hessen. 5. Unter den Fürsten von Liechtenstein. Am 22. Febr. 1712 ging die alte Grafschaft Vaduz in den Besitz der Fürsten Liechtenstein über und wurde am 23. Jänner 1719 mit Schellenbcrg zu einem ReichSsü r st entu m erhöbe n. Noch ehe die feierliche Huldigung beider Landschaften und der Regierungsantritt des Fürsten Anton Florian erfolgte, wurde ein Streit gütlich geschlichtet, der die Gemeinde Triesen jahrzehnte- lang entzweit hatte, nämlich der über die Alprcchte von Valüna nnd Lawena. Am 1. Mai 1595 hatten die Triesner mit Gutheißung der gräflich sulzischen Regierung eine sogenannte „Dorsordnung" er- richtet und unter anderem darin über ihre beiden dazumal gemein- sam benutzten Alpe» eine Dorfieiiung gemacht, so daß die Alp Valüna de»cn im Uiiterdorf, Lnweiia dagegen denen ii» Oberdorf allein zu betreiben zugeteilt, das aus Valüna von fremdem Weide- vieh gezogene Weidgeld aber beide» Parteien zu gleichen Teilen zugesprochen wurde. So blieb die Sache auch bis um die Mitte des 17. Jahrhunderts, da Lnwena infolge von Wolkenbrüchen und. Wasscrgüssen überrüfnct u»d zum gute» Teil unbrauchbar geworden war. Im Jahre 1659 ging die ganze Herde »»ter einem Berg- sturze zu Grunde. Die Genossame von Lawena, also die Ober- dörfler, verlangte» »»» vo» der Vnlüner Genossame Schadenersatz resp. Anteilnahme am erlittene» Schaden gemäß erwähnter Dorfordimng. Da ihnen diese verweigert wnrde und man sich über- dies wegen des Valüner Weidgeldes entzweite, klagten die Ober- dörfler beim Vaduzischeu Oberamte, und als dieses nicht imstande war den Streit zu schlichten, kam derselbe vor das sog. Zeitgericht (Laudammnn» und Richter) am 19. Juni 1685 und endlich auf
        

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