— 228 — Es war auch sehr erklärlich, weshalb die Leute sich um ueuc Brotquellen umsahen; denn die Not war außerordentlich groß. Die vieljährigen Kriege mit den unaufhörlichen Einquartierungen, die Verwüstungen durch fremde Truppen, die räuberischen Einsälle, die häusigen Feuersbrünste, die immer wachsenden Steuern und Contributionen, die Schuldenlast der Grafen, für die das Volk einstehen mußte — brachten das thätige Völklein nn den Rand des Unterganges. Einer Notiz von der Hand des damaligen Pfarrers -zufolge, Mr die Lage der Gemeinde Triesen ganz be- sonders traurig. )̂ Da der Graf Ferdinand Karl Franz der Regiernng durch den Kaiser entsetzt und durch den kaiserlichen Administrator, den Abt Ruprecht von Kempten, eine Kommission zur Ordnung der Verhältnisse ins 
Land geschickt worden war, wurde diese von allen Seiten um Herausgabe der von dem Grafen zu Handen genommenen Güter der als Hexen verbrannten Personen angegangen. Auch Private, welche solche Güter dem Grafen abgekauft hatten und sie jetzt wieder an die Erben der Hingerichteten zurückstellen mußten, verlangten Schadloshnltung. Nach Abtragung der hauptsächlichsten Schulden durch den Verkauf der Herrschaft Schelleuberg hätte die obere Landschaft noch ca. 19,000 sl. bezahlen sollen, davon traf es auf Triesen beinahe 3000 fl. Weil die Landschaft sich weigerte, an einen Planta-in Chur für den Grasen eine Schuld zu bezahlen, wurden zwei Landammänner, die von 1680—1690 im Amte waren, vom Landgerichte zu Nankweil, das sich trotz aller unseren Landschaften bewilligten kaiserlichen Privilegien immer wieder eine Jurisdiktion anmaßte, in die Acht erklärt. Es waren dies Johann Negele von Triesenberg und Basil Hopp von Balzers. Am 6. Juli 1693 erließ das Landgericht an den amtierenden Landammann Andreas Büchel iu Balzers nnd an das gesamte Gericht, insbesondere aber 100 Pfd. Pfg. lca. 112 fl,) von einem Martin Mayer, dem Partner der herrschaftlichen Mühle, Stampfe und Sage zu Triesen. Für die Zinsen (5 Pfd. Pfg.) überließ er ihm die Mühle samt Zubehör und einen Teil deS Zehnten aus dem Maierhof. >) Pfarrer V. von Kriß bat den Landvogt dringend, ihm 24 fl. von seinem Einkommen vorzustrecken, nm den armen Leuten helfen zu können, da er alles habe hingeben müssen.
        

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