— 196 — Eid zu Gott und den Heiligen geschworen", die vom Gerichte aus- gesprochene Strafe zu zahlen und hinfür sein Leben lang ein trener Eigenmann des Grafen zu sein, 
auch sich nie weder am Grafen, noch an seinem Vogte, noch an seinen Ratgebern rächen zu wollen. Seine obgenannten Verwandten und Freunde traten für ihn als Bürgen ein, mit der Verpflichtung, ihn, falls er sein Versprechen nicht hielte, in das Schloß Vaduz abzuliefern und allen durch ihn veranlaßten Schäden zu ersetzen. Auf Bitten aller Beteiligten und im Beisein des Jos Galan, Schreibers zu Vaduz, des Vogts Hans von Pfyn, des Landammanns Albrecht Wolf, der beiden Gerichtsgeschwornen Gabriel Frick und Jörg Thöni, hat Christof Rainolt, Ratsherr zu Feldkirch, diesen Urfehede-Brief be- siegelt an „Pauls Beker abend" 1516. — Am St. Michelstag 1516 stellt Graf Rudolf von Sulz, Herr zu Vaduz ?c. eine Urkunde aus, in welcher ein Span der Triesner gegen die Walliser am Berg entschieden wird wegen, unbefugtem Holzhauen „enhalb dem Kulmen". Die Triesner meinten, die Berge? haben kein Recht weder Zimmerholz noch Schindelholz zu hauen; man habe bis dahin nur gutwillig zugesehen, bis sie jetzt die Sache arg übertreiben und als ein Recht beanspruchen. Die Wal- liser brachten Briefe vor; auch die Triesner beriefen sich auf einen Brief vom Grafen Heinrich von Werdenberg-Sargans-Vaduz. Graf Rudolf berief als Richter: Hans von Pfyn, Vogt zu.Vaduz, Albrecht Wolf, Ammann zu Vaduz, Jörg Thöni, Hans von Schiers, Beisitzer des Gerichts zu Vaduz, serner Thyessen Wagner und Hugo Knabenknecht, des Gerichts am Eschnerberg. Der Spruch lautete: Der Brief des Grafen Heinrich soll in Kraft bleiben. „Die Walliser Lüt sollen ires Briefs Holz und Zimberholz und Schindelholz houwen, doch also daß ain jeder Walliser weder Zimberholz noch Schindelholz soll wüstlich hauen, sonder allain zu siner aigen Notdurft, und welcher also haue (wüstlich), es sei Zimberholz oder Schindelholz, das soll er bi der Walliser klainen büß, 5 Pfd. Pfg., und welcher mehr als zu siner Notdurft howet, das Holz verschenkt oder verfaulen läßt, oder verkauft, es in zwei Jahren nicht verbraucht, der soll die gleiche Strafe zahlen wie oben und zwar zwei Dritteile der Herrschaft und einen Dritteil der Gemeinde Triesen. Die Gerichtskosten dieses Prozesses zahlen Walliser und Triesner zu gleichen Teilen.
        

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