— 180 — Der Graubiinduer Dichter Lemnius besang in seiner Rssteis um das Jahr 1540 den Schwabenkrieg in lateinischen Versen. Dem Treffen bei Triesen widmete er 40 Verse (Hexameter), die .in deutscher Uebersetzung etwa so lauten: Ehe die Sonne noch trat erglühend im Glänze des Frühlings Ein in des Fisches mittleren Kreis, die Cyvrische Göttin ') In den Gefilden von Azmoos rief zu den Waffen das Kriegsvolk. Zornvoll also von dort überschreiten die Schweizer den Rheinstrom, Stürmen gen Mails und schleudern auf Hütten verzehrende Flammen. Rauchend erhebt sich ein Qualm; es beleuchten zwei flammende Dächer Balzers nächtliche Auen. Beim Wüten der feindlichen Krieger Schleichet das Feuer; das Triesnerholz sieht brennen die Hütten. Reiter sich lageren dort und mit Lanzen bewehretes Fußvolk, Und am blinkenden Stahle der Waffen erglänzet die Sonne. Unter der Krieger Geschrei sich menget.das Wiehern der Rosse. Als mit Macht auf einander da prallten die Reihen der Männer, Klangen vom Berg der Trompeten Schall und die Töne der Hörner. Mächtig über die Felder sich wälzend hinstürmen die Schweizer, Niederschmetternd die Feinde, mit Toten die Erde bedeckend. Wild entbrennet das Reitergefecht; es drängt sich das Fußvolk. Dicht im Gewühle sich mengen die Haufen in blutigem Ringen. Lanzen ergreifen behend, die eben noch Schwerter getragen. Eisendurchstochen entstürzen den Rossen die sterbenden Reiter. Klagegeheul und der Pferde Gestampf durchtönt die Gefilde. Gräßlich! Menschliches Blut mit dem Blute der Rosse verrinnet. Gräßlich! Von hängenden Köpfen durchbohrende Lanzen erblinken, Und von den röchelnden Kehlen entsteiget der rötliche Biutstrahl. Laut erdröhnen von Waffengetös nnd der Fallenden Aufschrei Erde und Luft. Hoch strecken die Hufe die sterbenden Rosse Ueber den sterbenden Herrn, im Tod sie des Lebens beraubend. Ueberall Wunden uud Tod und des Krieges grausiger Anblick. Viele der Tapfere» töten die Schweizer, der Reiter und Knechte, Nimmer ermüdend. Jetzt weichen die Reiter in loser Verwirrung Wieder entbrennet der Kampf mit dem kühn anstürmenden Fußvolk; Aber mit anderer Kriegsart kämpfen die Schweizer von neuem, Hauen darein. In wildem Schrecken entweichen die Feinde Stets ohne Rast die Halde hinan zum Triesener Berge, Rücklings immer zurück des drängenden Feindes sich wehrend. Immer voran in siegendem Lauf die Hclvetier folgen. Dreimal hundert der Schwaben bedecken das blutige Schlachtfeld. — >) KricgSfurie.
        

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