- 12 — den Hunnen verwüstet. Während der Herrschaft der Ostgothen er- hielten die Alamannen in Rätien Wohnsitze; von da an drang die alamannische Mundart immer weiter vor und die romanische wurde in die Bündner Thäler zurückgedrängt. In jenen Zeiten mochten befestigte Punkte allerdings große Bedeutung haben. Später wurden dann auf diesen Punkten und mit teilweiser Benützung der keltischen und römischen Bauten eigentliche Burgen erbaut. So erhob sich auch auf der Höhe von St. Mamerten eine solche Burg, welche noch im Jahre 1422 in einer Urkunde er- wähnt ist, wo es heißt, daß das Kloster St. Luzi zu Chur durch ?. Christoph Kobler einen Weinberg bei der Burg zu Triefen geerbt habe. Noch heißt der Weg, der von Süden her dahinführt, Burggasse. Bei einer Ausgrabung, die in jüngster Zeit geschah, legte man eine gewölbte Gruft blos mit einem Eingang von Süden her. Die Mauern bestanden von unten auf und am Thore aus kolossalen Quadern, die von Rauch geschwärzt schienen. Das Ge- wölbe ist eingefallen und unten stieß man auf gänzlich vermoderte Totengerippe, die mit einer Schicht ungelöschten Kalkes zugedeckt waren. Von Särgen u. dgl. keine Spur. Der ganze Platz südlich und westlich von der Kapelle war einst Friedhof. Eine fast 1 m dicke Mauer umschloß Burg und Kapelle. Die Kapelle mag an der Stelle der heutigen gestanden haben. Die Burg schloß sich auf der Nordseite an dieselbe an und das Mauerwerk des heutigen Turmes dürfte noch der Burg zugehört haben. Das Burgthor in der Umfassungsmauer war auf der Nordseite. Der auf dieser Seite aufgehäufte Schutt beweist, daß die Gebäulichkeiten durch Feuer bis in den Gruud zerstört worden sind- (Siehe Plan). Da unter der Ringmauer Skelete sich fanden, waren also Friedhof und Kirche älter als die Burg. Jede Burg, auch die kleinste, hatte wenigstens ein bewohn- bares und wehrhaftes Gebäude und eine Ringmauer. Einen solchen kleinen Wohnbau nannte man auch Burgstall. Nach einer Schrift von 1680 war unsere Burg ein solcher Burgstall. Im Innern der Ringmauer waren die Wohnung, die Kapelle und der Brunnen. Die Wohnung bestand bei der kleinsten Burg aus dem Palas (Saal), der sogenannten Kemenate für die Familie (Stube), aus Keller, Speicher und Küche. Da im Thurme, welcher
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.