— 149 — wofür er dem Kloster jährlich 200 
Gangfische auf die Burg Wartenstein bei Ragaz liefern mußte. Dieser Ritter 
Ulrich, oder sein 
Sohn gleichen Namens, ver- machte dem Kloster Pfäfers am 11. Juni 1398 in Erinnerung an die vielen Wohlthaten, welche er und seine 
Boreltern von diesem 
Kloster empfangen hatten, und zu seinem und seiner Vor- eltern Seelenheile und zur Ehre Gottes 
seine eigene Person und alle seine beweglichen und unbeweglichen Güter, insbesondere das ganze Erbe, das ihm durch den nm 19. Okt. 
1397 erfolgten Tod seines 
Oheims, des Ritters 
Gaudenz von Plantär ') zu Chur zu- gefallen war. Aber des Letztgenannten hinterlassene Witwe Ursula, die sich mit Rudolf von Rorschach wieder vermählte, machte eben- falls auf diese Hinterlassenschaft Ansprüche geltend. So kam es zu einem Prozeß, der erst nach 4 Jahren, am 1. Febr. 1401, vor dem geistlichen Gerichte zu Chur durch einen friedlichen Ver- gleich beendet wurde, laut welchem das Kloster in den Besitz des in der Stadt 
Chur gelegenen, mit einer Mauer umzäunten Plan- tär'schen Hauses kam, zu welchem nebst Hofstatt, Garten, 
Baum- garten, Torkel und Scheune, auch ein Weinberg und Baumgarten an der Stadtmauer, 
sowie noch andere Liegenschaften gehörten, aus welche Besitzungen 
Rudolf von Rorschach und seine Gemahlin Verzicht leisteten. Sie erhielten dafür die übrige Erbschaft als freies Eigentum. Ritter 
Ulrich besiegelte diese 
Urkunde mit dem Abte. Am 
3. Febr. fand die feierliche Uebergabe zu Chur statt, die mit einer Bescherung an das Gesinde des v. Plantär'schen Hauses und mit einem Festmahle endete, das der Abt spendierte. Ulrich v. Nichenstein wurde so 
Angehöriger des Klosters, welches sich durch eine besondere Urkunde verpflichtete, ihm, so lange er lebe, den nötigen Unterhalt an Kost und Kleidung und überdies 18 Pfund Heller jährliches Leibgeding zu geben. Ulrich starb -) Der Churer Sladtammann 
Gaudenz v. Plantär r vor 1330 mit Hinterlassung zweier Söhne Andreas und Gaudenz und einer Tochter, die wie es scheint einen Nichenstein heiratete und die Mutter des Ritters Ulrich wurde. Ihr Bruder Gaudenz hatte Ursula Straiff, Tochter des Ritters Johann Straiff znr Gemahlin, starb aber i. I. 1397 kinderlos. Andreas scheint ohne Nachkommen gestorben zu sein; daher Ulrich v. Nichen- stein der einzige Erbe war. Sitz derer von Plantär war die Jmburg (mitten in der Stadt), welche die Stadt im Ib. Jahrhundert ankaufte und als Rat- haus benutzte.
        

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