— 146 — Während Kuno zu Chur als Beamter wirkte, saß Ritter Burkard v. Nichenstein zu Triesen. Beide waren am 15. Juni, 1291 mit Graf Hugo von Werdenberg und den Rittern Ulrich von .Schellenberg, Eberhard v. Fontenas u. a- im Dome zu Chur an- wesend, als zwei Ritter von Aspermont sich mit dem Domkapitel ver- glichen und von der Exkommunikation befreit wurden, in die sie wegen mutwilligen Raubes kirchlichen Besitzes gekommen waren. In der betreffenden Urkunde wird für die beiden (Brüder?) der Name „Rinchenstain" gebraucht. Im Volksmunde war vielleicht die Ab- kürzung Rink gebräuchlich, und kommt von daher für einen Acker im Triesnerfelde der Name „Rinkencicker". Kuno erscheint zum letztenmal am 6. Okt. 1299 als Zeuge zu Ragaz bei Ausgleichung der Anstünde, welche das Kloster Pfäfers mit seinem „Schirm- vogte" hatte. Mit ihm waren dabei auch anniesend Ritter Ulrich und Johann 
von ?ri3un. * Burkard hatte den Grafen von Werdenberg bedeutende Dienste geleistet. Ohne Zweifel hatte er an den Fehden teilgenommen, welche die Werdenberger Grafen gegen ihre Vetter zu Feldkirch (Mont- forte) gehabt haben, wohl auch in den Kämpfen für Rudolf von Habsburg. Zum Lohne gab Graf Hugo II. ihm 30 Mark Silber und versetzte ihm dafür, da er diese Summe nicht bar bezahlen konnte, seinen . Hof zu Sevelen -), von. dem er jährlich drei Mark Zins angewiesen erhielt. Auch Burkards Söhne, von denen uns Konrad, Wilhelm und Sigelin dem Namen nach bekannt sind, standen im Dienste der Grafen von Werdenberg. Hugo III., Heinrich II. und Albrecht I., tue Söhne des Grafen Hugo II., urkundeten am 1. Sept. 1314, daß ihr lieber Vater selig vor Zeiten dem Ritter Burkard von Richeusteiu um seines förderlichen Dienstes willen 30 Mark ge- geben und pfandweise auf den Hof zu Sevelen gesetzt habe, daß aber auch sie selbst jetzt 10 Mark dem Konrad von Nichenstein ') Gemeint ist die Burg Herrenberg samt Zubehör. Hugo II. hatte sie auch nur als Pfand vom Bischof von Chur erhalten für geliehene 100 
Mark Silber. Bischof Siegfried schlng noch 
100 Mark dazu. Dieser Hof blieb in werdcnbergischem Besitz und Burkard v. Nichenstein erhielt ihn als Pfand, für 30 M. S.) später kamen noch 
10 Mark dazu. Der Um- stand,, daß die Grafen diese kleine Summe nicht bar ausbezahlten, beweist, daß es mit den Finanzen derselben nicht mehr 
glänzend stand.
        

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