— 145 — Als am 10. Dez. 1281 Ritter Konrad von Juvalt dem Hochstifte Chur die ihm als Leibeigene 
zugehörige Familie des Johann von Schirans, Bürger zu Chur, überließ, fungierte an der Spitze der langen Reihe 
adeliger Zeugen Abt Rudolf, welcher auch mit dem Bischof und, 
einem Freiherrn von Belmont die Ur- kunde siegelte. Am 
12. Febr. 1283 verkaufte Abt Rudolf dem Ritter Heinrich von Wildenberg 
den Zehnten in Fellers für 320 Pfd. Pfg. — Da dem Kloster unter seinen Borgängern durch Verlehnungen und Verpfändungen aller Art großer Schaden zu- gefügt worden war, erwirkte Abt Rudolf 
i. I. 1285 eine Bulle von 
Papst Honorius IV., durch welche der Domprobst zu Chur beauftragt wurde, zu untersuchen, welche Ungerechtigkeiten vorge- kommen seien und dem Kloster nötigenfalls mit Anwendung kirch- licher Strafen zu seinem Rechte zu verhelfen. Am 29. Juli 1286 war Abt ^Rudolf zu Chur anwesend, als Probst und Konvent zu St. Vittore in Misox den Brüdern Ulrich und Simon von Riet- berg zur Erwerbung der 
St. Peterskapelle im Rheinwald 5 Saum Wein jährlicher Spende verschrieben. Er starb 1288. — Ritter Kuno von Nichenstein war unterdessen könig- licher Reichsvogt in der Stadt Chur. Auch er war am 10. Dez. 
1281 Zeuge der Schenkung des Konrad v. 
Juvalt. In einer Gerichtsurkunde vom 30. Juni 1282 wird er erwähnt als Vogt zu Chur; als solcher hatte er des Königs Gerichtsbarkeit auszuüben. Diese Vogtei war sehr einträglich; der Blutbann und die Strafen warfen ein schönes Einkommen ab. Die Reichsvogtei war darum ein vom Adel des Landes sehr gesuchtes Ehrenamt, das vom deutschen Könige selbst vergeben wurde. Kuno von Nichenstein erhielt dieses Amt also vom König Rudolf 
von Habs- burg, gewiß nur als Belohnung für Verdienste um 
seine Inte- ressen; denn die Richensteine standen mit den Grafen von Werden- berg stets treu auf Seile Rudolfs. Ritter Kuno war am 5. März 1287 Zeuge, als 
Propst Heinrich von Misox dem Bischof von Chur die 
St. Peterskapelle im Rheinwald verpfändete. Um 
diese Zeit lernen wir auch einen Ulrich von Richenstain kennen, der am 
14. Febr. 1280 im Kloster St. Johann im Thurthal anwesend war und mit anderen benachbarten 
Edlen Zeuge war, als 
Graf Hartmann von Werdenberg 
zum Heile seiner Seele und um Unrecht gut zu machen, dem genannten 
Kloster Zehnten und Güter bei Röthis schenkte. 10
        

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