— 144 — die Stelle suchen, wo einst das ritterliche Geschlecht der Richen- steine gesessen. Ein Weinberg in der Nähe der Burg Irisun hieß nach ihnen noch Jahrhunderte lang der „Reichensteiner". Urkundlich treffen wir zum erstenmal in der Mitte des 13. Jahrhunderts einen von Nichenstein. Es ist Ritter Kuno. Er war i. I. 1253 mit vielen andern Rittern 
und Herren als Zeuge zu Pfäfers anwesend, als die Brüder Albrecht und Ulrich von Sax die Schirmvogtei 
über Pfäfers, Valens, Vettis und Untervaz unter sich teilten. 
Sämtliche Zeugen waren aus der nächsten Umgebung: von Wildenberg, von Sargans, von Berschis, Wallenstadt, Grabs, 
Gamprin, Fontenas und Klanx. Der 
anwesende Herr von Klanx war ein Bruder der hier er- wähnten Herren von Sax. Er schrieb sich aber von Klanx, weil er dort saß. 
Der Zeuge Ritter Kuno von Richenstain hat also offenbar ebenfalls seinen Sitz in dieser Gegend gehabt und sich auch davon genannt. AIs i. I. 1257 zu Reichenau 
Albrecht, Freiherr von Sax, der 
Abtei Pfäfers das Schloß Wartenstein und die eben erwähnte Vogtei um 300 Mark Silber verkaufte, war abermals ein Kuno von Richenstain an- wesend. Da dieser aber noch nicht Ritter genannt wird, dürfte er wohl nicht der vorgenannte Kuno, sondern ein jüngerer, vielleicht der Sohn desselben gewesen sein. Aus den Rittertitel wurde so- viel gehalten, daß er nicht vergessen worden wäre. Dieser Kuno von Richenstain war 1266 Bogt zn Chur und am 6. April desselben Jahres daselbst anwesend, als Walter IV. von Vaz dem Kloster Churwalden Güter verpfändete. Vielleicht ein Bruder dieses Kuno war jener Rudolf von Richenstain, welcher im Jahre 1273 Abt des Klosters Disentis wurde. Der Abt dieses Stiftes, der ein schönes, reichsunmittelbares Gebiet hatte, war damals einer der bedeutendsten Männer des oberen 
Rätiens. Zu jener Zeit, da Rudolf von Richenstain Abt wurde, besaßen die Grafen von Werdenberg die Schirmvogtei über das Kloster; die von Richenstain aber waren Dienstmannen dieser Grafen. Rudolfs Vorgänger war sogar ein Graf von Werdenberg gewesen. Unter diesen beiden Aebten mag daher das Verhältnis zum Schirmvogte ein erträgliches gewesen sein; dagegen hatte Abt Rudolf von Kirchenräubern soviel zu leiden, daß er sich sogar an den Papst 
um Hilfe wandte.
        

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