— 135 — und dessen Gemahlin Anna dem Domkapitel zu Chur 2 Pfund Pfenning Zins aus ihrem Weingarten zu Montfort an der Halde gelegen um 26 Pfd. Pfg. Kapital verkauften. Die genannte Anna hatte den Ludwig von Montfort dazu erbeten als ihren Beistand und mit dessen Willen den Verkauf vor offenem Land- gericht bestätiget. — Als Besitzer dieses Weingartens, also als Sohn des Johann Marschall von Montfort und der Anna wird i. I. 1369 erwähnt JoS (Jodok) Mnrschall von Montfort. Dieser Jodokus, der Marschall von Montfort, war am I.Okt. 1381 zu- gegen, als die Grafen Johann und Heinrich von Sargans dem Ritter Ulrich von Eins uns dem Umgelde der Stadt Feldkirch 45 Pfd. Pfg. jährlichen Zins verkauften. An der Urkunde hängt das aus S. l34 abgebildete WnPPensiegel mit den drei Sensen. — Eine Reihe von Churer Domherren sind aus diesem Mini- sterialgeschlcchte von Montfort und ihrer Nebenlinie zu Triesen hervorgegangen. So die Kanonici Albero und Konrad von Montfort, die von 1270—1276 auftreten. Albero war bischöf- licher Ofsicial. Gleichzeitig war ei» älterer Albero von Montfort Domkustos. Conrad von Montfort war i. I. 1283 Domdekan. Schon i. I. 1259 ist ein Gerard von Montfort erwähnt. Ein Bruder des erstgenannten Ludwig von Montfort war der jüngere Albero, der i. I. 1311 als Domdekan starb. Die Zusammen- . geHörigkeit der beiden Linien zu Montfort und Triesen mag die Ursache gewesen sein, weshalb noch i. I. 1380 ein Philipp von Montfort für eine» Kanonikus Ulrich vo» Triesen eine» Jahrtag zu Chur gestiftet hat. Mouche der „von Montfort" finden wir auch unter den Conventherrcn der Klöster. Die Edlen von Irisun saßen ans der kleinen Burg, die da sich erhob, wo jetzt die Kapelle St. Mamerten steht. Die Burg samt Zubehör war wahrscheinlich ein Lehen von den Grafen von Montfort. Alle drei Montforter Hauptlinien hatten Gerechtsame in Triesen: die Feldkircher hatten Anteil am Zehnten, die Werdenberger das Patronatsrccht über die Pfarr- pfründe („Kirchensatz") und die Sarganser Leute und Güter, welche dann bei Gründung . der Vaduzer Linie dieser zufielen. Mit dem Kirchensatz scheint die Burg in Verbindung gestanden zu haben. Sie ist längst zerfallen und über ihren 
Grundmauer» wächst das Grns.
        

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