- 9 — gekämpft hat, und von ihm mag auch der Walgau, wo eine große Römerschlacht stattgefunden haben soll, den früheren Namen Drusus- thal (Vallis vi-usiang,) erhalten haben. Wahrscheinlich ist li-isun ein keltischer Name, der schon be- standen hat, ehe die Römer ihren Fuß in dieses Thal gesetzt haben. Die Endung uu ist die im Mittelalter gebräuchliche weibliche Endung, statt a, wie Klarun für Klara, Sigenun für Sigena, Scalun oder Schalun für Scala — Stieg. Der ursprüngliche Name Irisa konnte vielleicht den Bergbach bedeuten — man denke nur an die l'risg.ria, jenen Bergbach jenseits des Arlberges — und die Ansiedlung von diesem ihren Namen entlehnt haben. Mone, ein bedeutender Keltenforscher, leitet den Namen ab von den beiden keltischen Wörtern trie, d. h. klein, und surrn oder svnu, d. h. Wall oder Festung, i) Darnach würde l'i-isuu soviel bedeuten als eine kleine Burg. Man muß sich da einen fest- gemauerten, zur Verteidigung eingerichteten, mit einer Ringmauer umgebenen Thurm auf einer Anhöhe denken, und zwar auf der- jenigen, wo jetzt St. Monierten steht. Daß die Rätier in jenen unsicheren Zeiten überall an günstigen Orten derartige Schutzbauten als Zufluchtsstätten errichteten, ist gewiß und sprechen auch die römischen Geschichtschreiber zur Zeit der römischen Eroberung ausdrücklich von den Kastellen, welche die Rätier auf den Höhen erbaut hatten. Daß aber die Anhöhe von St. Monierten, die auch dem Bergsturz standgehalten hat, einen günstigen Platz für so ein kleines Kastell bot, ist gewiß. Hoch über dem Dorfe, auf der Höhe vor der Alpe Lavena haben wir einen Platz, der den rein keltischen Namen Ous hat, was Zufluchtsort, Verteidigungsmaüer auf einer Anhöhe bedeutet. Da die Rätier die Höhen der Alpen bewohnt und auf unzugänglichen Stellen Kastelle erbaut haben, dürste die Vermutung, daß auf der zur Abwehr vorzüglich geeigneten Stelle von Ous einst ein kel- tisches Kastell gestanden, nicht ganz grundlos sein. AIs dann um das Jahr 15 v. Chr. die Röiner vom Ge- biete der Alpen Besitz nahmen und sich darin auch niederließen, fing man an sich mehr in der Niederung anzusiedeln. Es wurde ja sogleich nach der Besitznahme eine herrliche Straße durch ') Fetz, Schloß Vaduz, S. 75.
        

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