— 8 — genannt, gestanden habe und durch einen Bergsturz begraben worden sei. Wie die Erfahrung lehrt, liegen derartigen Sagen oft wahre Begebenheiten zugrunde, und seit der Zeit, da man allenthalben längst entschwundene Ortschaften und römische Niederlassungen aus der Erde gegraben hat, fanden solche Neberlieferungen immer mehr Beachtung. Daß die Sage von der untergegangenen l'risg. kein leerer Wahn ist, legt uns das betreffende Terrain nahe, das thatsächlich einen in alter Zeit erfolgten Bergrutsch leicht erkennen läßt, und wurde zur Gewißheit durch die in den letztvergangenen Jahren bei zufälligen Grabungen gemachten Entdeckungen. Im Jahre 1862 wurden beim Baue einer Mühle die Spuren einer römischen Villa aufgedeckt, insbesondere eine Menge Hypokauft-Pfeilerchen aus Sandstein und Fragmente von gebrannten Röhren und Ziegel- platten ausgegraben, Seitdem .ist man wiederholt und an weit auseinanderliegenden Stellen auf unterirdische Mauern gestoßen. Wann aber die Katastrophe erfolgt ist, das kann nur durch die Ergebnisse einer Planmäßigen Ausgrabung, die jeden- falls äußerst lohnend wäre, festgestellt werden. Die be- treffende Halde hat den rätoromanischen Namen Runkels, der so- viel bedeutet als Reute (von rorieare ^ ausreuten). Es muß also zu der Zeit, da man hier noch romanisch sprach (um 900 etwa), jenes Schlipfgebiet schon überwaldet gewesen und wieder ausgerodet worden sein. Ungewiß ist, woher diese Ortschaft ihren Namen hat. Man hat den Namen Irisun von Drusus herleiten wollen, von jenem Stiefsohne des römischen Kaisers Augustus, der in Verbindung mit seinem Bruder Tiberius von 15—11 vor Christus die Rätier im ganzen Alpengebiete bis zur Donau unterworfen hat. Drusus soll hier ein Lager gehabt haben, wofür man aber keinen Beweis hat. In einem Werke („Schwaben unter den Römern von Jul. Leichtlen. Freiburg 1825") wird gesagt, daß Triefen zur Römerzeit OrusorriÄKus geheißen habe, und daß daher der Name komme. Aber OrusoirigHus lag nördlich vom 
Bodensee. 2) Thatsache ist, daß Drusus mit seinen Legionen in dieser Gegend >) Jahresbericht des vorarlb. Museumsvereins 1871. S. 34. ') Bergmann, Beiträge zu einer krit. Geschichte Vorarlbergs, Wien 1853, S. 29.
        

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