— 124 — aus dem Kilchspiel Triesen gewählt wurden, die, .wenn 
sie sich nicht einigen konnten, den gräflichen Ammann beiziehen mußten. Der Schaden wurde den Wallisern vom Lehenzins abgezogen. Die Walliser sollen den Schaanern einen Trojen machen durch den Gamswald; thun sie das nicht, so dürfen die Schaaner den alten Weg benutzen; fügen sie aber Schaden zu, so sollen sie ihn vergüten. Die Urkunde pegelte.Ammann Ulrich von der Lachen zu Vaduz und Graf Rudolf, von Werdenberg zu Sargans als Vormund der Söhne des Grafen Hartmann I. zu Vaduz. Aus dieser Urkunde ersehen wir, daß die Walliser lange vor 1355 die Alpe Valbun (Malbun) bewirtschaftet haben; denn es heißt darin, sie hätten dieselbe schon vormals gehabt. Auch erscheinen hier die Leheninhaber schon als altansäßige Männer, die sich von dem Gute nannten, auf dem sie und ihre auch mit- genannten Väter saßen (von Prademetz, Guflina, Gurtenalp, Müseschen). 
Es ist auch die Rede von „des Stoßen Stadel". Der Walliser Stoß (die Stöß sind als Walliser ausdrücklich bezeichnet in der Urkunde von 1371) war also bereits im Besitze eines Stalles in Malbun, trieb also schon vorher daselbst Alpwirtschaft. Die neuen Ansiedler werden hier auch „Walliser in Balbun" genannt, jedenfalls deshalb, weil sie diese Alpe schon länger bewirtschafteten. Uebrigens ist in vorerwähnter Urkunde nur von Malbuner Lehen die Rede und daß die.Walliser dieses schon vor 1355 be- kommen, haben. 
Damit ist aber durchaus nicht gesagt, daß sie andere Lehen nicht schon weit früher empfangen und genossen haben können. Die Walliser hatten z. B. auch das Garselli zu Lehen (von den Grafen von Werdenberg) und mußten davon an die Pfarrkirche zu Grabs 1 Pfund Geldzins alljährlich entrichten. Spätestens um 1290 haben die Werden- berg^r und Sarganser Grafen ihre Besitzungen geteilt und zwar so, daß was auf dem rechten Rheinufer lag, an die Sarganser kam, also auch die Alpen in der Grafschaft Vaduz. Hätten nun erst die Grafen von Sargans die Alpe Garselli den . Wallisern verliehen, dann hätten 
sie Wohl kaum vom Lehenzins etwas an "die 
Kirche rion Orabs vermacht, die im Gebiete der Werdenberger lag. Unmöglich wäre es ja nicht; aber ich möchte doch daraus die Vermutung ableiten, daß die Einwanderung der Walliser
        

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