—- 106 — Weinbau in Blüte stand, sagen uns römische Schriftsteller. Da- mals war die Rebe an manchen Orten angebaut, wo sie jetzt nicht mehr zu finden ist. Die Alamannen hingegen hatten wie die Germanen über- haupt Abneigung gegen die Arbeit und die Missionäre haben sich dadurch ein unsterbliches Verdienst erworben, daß sie mit der Ein- führung des Christentums den Feldbau verbanden und durch ihr anlockendes Beispiel den Segen des Ackerbaues auch unter die wilden deutschen Stämme trugen. Die Einwohner sahen die Früchte des Fleißes und entschlossen sich allmählich ihre Trägheit zu über- windend Im 13. Jahrhundert waren alle Klassen der Bevölkerung und alle öffentlichen Verhältnisse von der Landwirtschaft beherrscht. Grund und Boden bildeten den eigentlichen Besitz. Die Arbeits- kräfte waren sehr gesucht und es wurden von den großen Grund- besitzern kleinere Güterkomplexe an Ballern (Kolonen) um sehr geringen Jahreszins und gegen eine verhältnismäßig geringe jährliche Arbeitsleistung (Frohnden) abgetreten. Daher die aus- gedehnte Urbarisierung des Bodens vom 8.—14. Jahrhundert, zumal auch das Getreide sehr hoch im Preise war. Die Hörigen (Pächter) mußten den Zins in Naturalien, in Korn, Käse, Wein n. s. w. abtragen und man kann sagen, daß ^/s des Erträges den Bauern und dem Grundherrn zufiel. Kaiser Friedrich II. er- ließ i. I. 1220 das Gesetz, daß Ackersleute und überhaupt jene, die mit Landbau beschäftigt waren, volle Sicherheit genießen sollten.-Niemand durfte sich unterstehen ihre Person, ihr Zugvieh, ihre Ackergeräte u. s. w. anzutasten oder zu rauben, wie das in jenen kriegerischen, rohen Zeiten oft genug geschah. Wer diesem Verbot zuwider handelte, hatte den Schaden vierfach zu ersetzen und war der Reichsacht verfallen. Häuser und Grundstücke wurden mit Zeichen versehen, die man Marken nannte. Die Häuser waren aus Holz erbaut und hatten ein spitziges Dach, das über die Mauern herausreichte, so daß man auch beim Regen in der Nähe des Hauses arbeiten oder ausruhen konnte. Wie im Burghof, so wollte man auch im Bauernhof wo- möglich einen Brunnen haben. Auf dem Dache wurde fast regel?
        

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