— 101 — beantragte i. I. 1766 beim Ordinariat die Weinberge und Güter dieser Stiftung Iivits,ii6c> zu verkaufen, da sie sonst zu sehr in Abgang kommen würden und deren Besorgung mit zuviel Mühen verbunden, auch das Erträgnis ein zu unsicheres sei. Das geschah dann auch und es wurde der Erlös der Güter, 2000 fl., in 5°/o igen Kapitalien angelegt. Von 1768—1772 hatte ein gewisser Steger von Balzers das Stipendium, hörte aber dann zu studieren auf/). Da erhielt Student Jäger, Sohn des Landammannes zu Vaduz, dasselbe 1774. Aber Johann Frömmelt von Triesen machte ihm dasselbe streitig und forderte es für seinen Sohn, der im Kloster Zwie- falten studierte, und sich durch seine Armut und entfernte Ver- wandtschaft mit dem Stifter empfahl. Pfarrer Wenoweser war aber entschieden auf Seite des Jäger und schrieb in Beantwortung einer bezüglichen Reklamation nach Chur: „Hätte der Frömmelt anstatt zu schießen und zu jagen und müßig auf den Gassen herum- zuziehen, fleißig gelernt, so wäre er dem Jäger gleichgekommen und punkto Stipendium vorgezogen worden." Auf einen ferneren Vorhall, daß Student Jäger vermöglich, Frömmelt aber arm sei und es somit der Intention des Stifters mehr entspreche, dem Frömmelt den Vorzug zu geben, antwortete Pfarrer Wenoweser: „Herr Dr. Joh. Ulrich Hopp von Balzers war Sohn eines reichen Landammannes Basili Hopp, und doch hatte er manche Jahre das Stipendium genossen. Cooperator Johann Wolf war Sohn eines reichen Landammannes von Vaduz und doch Stipendiat. Der Schloßhauptmann Schreiber zu Balzers, dem das große Wirts- haus alldort allein gehörte, war überaus reich, dessen Sohn das Stipendium genossen und anjetzo zu Einsiedeln der nächste beim Fürsten sein solle." Franz HooP, Xaver Gasner, Ulrich Steger, später Wirt in Balzers, seien alle bemittelt gewesen und doch hätten sie das Stipendium genossen; also könne auch der Sohn des allerdings nicht armen, aber doch nicht so sonderlich reichen Landammannes Jäger dasselbe genießen. Doch soll Frömmelt, ein verzärteltes Muttersöhnchen, nach dem Jäger das Stipendium 7 Jahre lang erhalten, wenn er fleißig sei. ') Er mußte 100 fl. zurückbezohlcn, welche Summe später „zum Unterricht der Schullehrer in Rankweil" bestimmt wnrde. Dort genossen damals unsere Lehrer ihre Vorbildung.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.