— 97 — Burgen in den Urkunden als bestehend erwähnt werden, müssen sie wieder notdürftig ausgebaut worden sein. Wenigstens dürfen wir das von der Neu-Schellenberg behaupten. Doch wurde auch diese Burg um 1500 verlassen und siel in Ruinen. Ohne Zweifel gewährte diese Burg, die von so hoher Warte aus majestätisch d̂ie weite Umgegend beherrschte, einen imposanten Anblick und es ist zu bedauern, daß man ihrem gänzlichen Verfall und dem Abbruch ihrer Mauern nicht gewehrt hat. Ein ganzer Kranz von Burgen schmückte also im Mittel- alter die Anhöhen unseres Rheintales. Sie sind Zeugen eines regen Nitterlebens, aber auch Zeugen einer gewalttätigen Zeit, wo man sich durch feste Mauern und tiefe Gräben gegen Gewalt und Ueberfall schützen mußte. 12. Etwas Einziges in seiner Art in unserem Lande bietet der Kirchturm zu Bend ern. 
Es ist der Turm, der in alter Zeit auch Bergfried und Burg war. Sehr oft nämlich wurden im frühen Mittelalter um Kirchen, die wie jene zu Bendern, eine zur Verteidigung günstige und aussichtsreiche Lage hatten, Befestigungsanlagen errichtet aus festen Ringmauern und Wäl- len bestehend und wurde auch der Kirchturm mit' massivem, außerordentlich dickem Mauerwerk aufgeführt. Das war nun auch bei der Kirche von Bendern der Fall. Noch zeugen die 2 Meter dicken Mauern des Turmes von sei- nem einstigen Beruf als Burg und Zufluchtsort. Wie man noch an dem Mauerwerk mit aller Bestimmtheit erkennt, stand der Turm für sich allein und war die Eingangstüre mehrere Meter über dem Erdboden. Noch im 17. Jahrhundert war im Turme eine Lärmkanone untergebracht und wurde zu Kriegs- zeiten von dort aus beim Herannahen des Feindes ein Signal gegeben. Aber schon unter Kaiser Maximilian I., als die sogenannte Landesrettung eingeführt wurde, mußte vom Turme zu Bendern beim Nahen des Feindes nach den Burgen zu Vaduz und Feldkirch das Alarmzeichen gegeben werden. Der Turm zu Bendern ragt ins graue Altertum, in die keltische Zeit hinaus. Das beweist sein keltischer Name Bendur d. h. Turm auf der Anhöhe. Bei diesem Turm und in dessen Schutz wurde später die Kirche gebaut. Beide gehörten einst dem Frauenkloster Schännis, das i. I. 309 der Gras Humsried
        

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