— 38 — Als nach des Grafen Heinrichs Tode sein Bruder und Erbe, der Bischof Hartinann, Vaduz wieder an seine Stief- brüder, an die Freiherren v. Brandis, verpfändete, bezogen diese Freiherren das Schloß und behielten es fortan. Zwar machten nach dem Tode des Bischofs Hartmann seine Vetter, die Grasen v. Sargans, Ansprüche auf Vaduz; aber der alte Graf Friedrich v. Toggenburg entschied als Schieds- richter den Streit zu Gunsten der Freiherren v. Brandis. Die ersten Grafen und die Brandis bewohnten noch den alten Bau: den Turm und die Wohngebäude, die gegen Süden und Norden an den Turm angebaut sind. Diese Eebäulichkeiten wurden im Schwabenkriege durch Feuer arg zugerichtet. Ludwig v. Brandis restaurierte die Burg wieder. Die auf die Freiherren v. Brandis folgenden Grafen v. Sulz erstellten i. 
I. 1523 die beiden Rondellen und den westlichen Trakt. Der letztere, der sich von: Rhein- tale aus am vorteilhaftesten präsentiert und das alte Schloß fast ganz verdeckt, war ein Prachtbau. Das Schloß war mit 15 Stück Geschütz armiert, hatte einen großen 
Saal, 16 Kam- mern, 8 Keller, eine Kornschütte, einen Marstall, eine Schmiede u. s. w. Es war in dem „Kaussanschlag", der dem Grafen Kaspar von Hohenems gemacht wurde, 
auf 30,000 fl geschützt. Im Schlosse sinden sich einige 
Handzeichnun- gen aus 
dem- 13. Jahrhundert, die von Wien Hieher geschickt 
worden sind. Sie stellen die Burg dar, aber nicht wie sie damals war, sondern wie sie gedacht war nach einer gründlichen Restaurierung. Der Turm erscheint da bis zur Höhe der übrigen Gebäude abgetragen und als Wohnung eingerichtet mit vielen schönen Fenstern gegen Osten und Westen. Ueber dem jetzigen Schloßsaal erhebt sich mit Zinnen gekrönt der „schöne Saal", der einen bedeutend größeren Raum ein- nimmt, als der jetzige Saal. Die Grafen v. Hohenems fingen glänzend an und endeten in Dürftigkeit. Das zeigte sich auch an der Burg. Der erste Hoheneinser, Graf Kaspar, der Vaduz und Schellenberg er- warb, wohnte gewöhnlich nicht zu Vaduz, sondern zu Hohen- ems und kam nur ab und zu, meist nur zur Jagd, Hieher.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.