— 36 — der Burg und die zur Burg gehörige Mühle. Schon einige Monate vorher hatte derselbe Graf demselben Ulrich v. Mälsch zur Sicherstellung 
seiner Mitgist von 300 Mark Silbers seine Leute zu Balzers, Mals und Eschen, sowie 10 Saum Wein vom großen Bockweingarten in Vaduz verpfändet.^) 5 Jahre später, i. I. 1327, versetzten die Söhne des genannten Grafen, die Grafen Heinrich und Hartmann v. Sargans an denselben Grafen v. Mätsch (ihren Schwager) noch weitere 12 Saum Wein aus ihrem Weinberg zu Vaduz, genannt „der Bocke", und versprachen, diese Weingilt mit- einzulösen, wenn sie ihre Burg zu Vaduz einlösen würden.^) Also im Jahre 1322 stand die Burg zu Vaduz; sie war die Herrschaftsburg, der Mittelpunkt der gräflichen Besitzungen diesseits des Rheines. Ja in diesem Jahre wurde sie schon verpfändet. Bei der Burg lag ein Bau, d. h. Ackerland, und auch ein Baumgarten stand schon um die Burg. Schon i. I. 1314 war sie der Sitz der herrschaftlichen Verwaltung. Also dürfen wir mit Sicherheit behaupten, daß die Entstehung der Burg vor dem Jahre 1300 anzusetzen ist. Allerdings stammt nur der ältere Teil der Burg aus jener Zeit, nämlich die Gebäude, welche zwischen den beiden Rondellen, zu beiden Seiten des Turmes stehen. Die Rondellen selbst und der westliche Trakt, der sich vom Tale aus präsentiert, wurden erst nach dem I. 1500 erbaut durch die Grafen v. Sulz. Der älteste Teil der Burg ist offenbar der Bergfried, der Turm. Peter Kaiser sagt, er gehöre der Bauart nach ins 3. Jahr- hundert. Er erwähnt auch zweier Sagen, die sich an die Entstehung der Burg knüpfen; nach einer derselben hätte ein Konrad v. Montfort aus Haß gegen seinen Bruder Wolf- ram zu Werdenberg sie erbaut; nach der anderen Sage hätte ein Graf von Tübingen und Montfort sie erbaut; eine Tochter des Erbauers sei mit einem Grafen Heinrich verheiratet wor- den, der eine Burg bei Werdenberg erbaut habe. Das Ge- schlecht dieser alten Grafen erlosch im 12. Jahrhundert. Der Bauart nach sei Vaduz älter als die jetzige Burg zu Werdenberg. So unser Historiker. Ich maße mir kein Urteil >) Krüger, Die Grafen von Werdenberg, Reg. Nr. 208 und 213. ') Krüger l. ö. Nr. 232.
        

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