— 61 — empfinden wegen des im Gesetze enthaltenen offenbaren Man- gels von Rücksichtnahme auf die Schuldner entschieden dagegen sträubte. Im Jahre 1900 wurde gesetzlich die österreichische Kronenwährung eingeführt, nachdem bereits schon im Jahre 1898 1590 liecht. Zwanzigkronenstücke in Gold geprägt worden waren. Im. Jahre 1900 folgten 1599 Zehnkronenstücke in Gold und bald nachher in mehreren Zeitabschnitten Silber- münzen von Einkronen-, Zweikronen- und Fünfkronenstücken in größeren Beträgen. Die erste Münze liechtensteinischer Lan- desprägung war übrigens der nur in beschränkter Anzahl im Jahre 1862 geprägte Vereinstaler. Beiläufig sei noch er- wähnt, daß das Fürstenhaus Liechtenstein schon in früherer Zeit wiederholt Münzen und Erinnerungsmedaillen prägen lies/), die allerdings keine eigentlichen Landesmünzen waren. Ein Ereignis im Jahre 1873, welches das Land vorüber- gehend in nicht geringe Aufregung brachte, war das Gesuch der Spielbank-Gesellschaft in Baden-Baden um die Konzession der Etablierung im Lande. Die Stimmung im Volke war dem geplanten Unternehmen wegen der großen finanziellen Vorteile, die bei den damaligen enorm hohen Rhcinbaukosten doppelt erwünscht waren, günstig. Andererseits sprachen aber moralische Bedenken sehr dagegen, sowie auch die Tatsache, daß die Spielbank seit 1872 in Deutschland und früher schon in der Schweiz, in England, Italien und Spanien verboten worden war. Endlich hatte auch ein fürstlicher Erlaß, vom 5. März 1847 Lottos, Lotterien und Spielbanken im Fürstentume strenge verboten, nur Lotterien für wohl- tätige Zwecke konnten von der Obrigkeit gestattet werden. Unser Fürst nahm daher gegenüber dem Gesuche und der Haltung des Landtages eine ablehnende Haltung ein und verweigerte die Konzession, was ohne Zweifel in mehr als einer Beziehung für die christlichen und sittlichen Grundlagen unseres Ländchens am besten war. Unser Eewerbewesen wurde im Jahre 1865 gesetz- lich geordnet, da der Gewerbebetrieb bis zu dieser Zeit frei war mit Ausnahme der an eine amtliche Konzession gebundenen ') Bgl, Die Münzen des Fürstentums Liechtensteins von Dr. Alerondcr Missang. Wien k. t. Hos- und Swutsdrvckerei.
        

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