— 50 — sich ganz dem 
inneren Ausbau widmen zu 
können. Während in 
früheren Zeiten unser Gebiet 
durch seine Lage an der Heeres straße nach 
Süden unsäglich viel in den so häufigen Kriegs- wirren zu leiden hatte, blieb es nun 
von solchen Heimsuchungen verschont oder hatte wenigstens nur mittelbar von Kriegs- nöten zu leiden. Die Volksstimmung war im 66 er-Kriegc aus Seite 
der süddeutschen Staaten und Oesterreichs. 
— Im bald daraus 
folgenden deutsch-französischen 79er-Kriege war man schon aus alter Stammesangehörigkeit und in Erinnerung an die Ende des achtzehnten Jahrhunderts in den Franzosen- kriegen erlittenen schweren Heimsuchungen 
ausgesprochen deutsch gesinnt, während die Sympathien 
unserer schweizerischen Nach- barn mehr nach Frankreich neigten. Von der regen Tätigkeit, welche sich im Lande entfaltete, sei hier 
in erster Linie auf die Rh ein sch utzbauten hinge- wiesen. Wir haben bereits weiter, oben von den in den Iahren 183? und 
1847 abgeschlossenen Korrektionsverträgen mit der Schweiz gehört. In den fünfziger Jahren wurde gegenüber früheren Zeiten erheblich mehr an Schutzbnuten geleistet, weil das Land durch die Zolleinnahmen mit größeren Beiträgen mithelfen konnte. So finden wir z. B. in dem Landesvoranschlage für das Jahr 1359 als Beitrag zu den Rheinbauten 11.999 fl. und für Nüfebauten 2399 fl. eingesetzt, während die gesamten Zolleinnahmen mit 16.709 fl. 
vor- gesehen waren. Im Jahre 1365 kam 
ein Wuhrgesetz zu stände, welches die Nheinschutzbauten der Oberaufsicht der Regierung, der als Beirat die Wuhrkommissiäre 
der sieben Rhein-Gemeinden zur Seite standen, unterstellt. Die bereits gemeldeten Überschwemmungen in den Jahren 1346 und 1855 ganz besonders aber 
das Hochwasser von 1368, welches die benachbarte Schweiz im großen Umfange verheerte, aber auch durch den großen Einbruch bei Balzers das rechtsseitige Rhein- ufer schwer schädigte, hatten unsere arbeitssame Bevölkerung zu neuer verstärkter Tätigkeit am Rhein angespornt. Auch in den Jahren 1871 und 1872 gab es in der Schweiz (Wartau, 
Buchs, Haag, Oberriet) große Überschwemmungen. Liechtenstein erlitt noch im Jahre 1372 einen Einbruch unter der Gampriner Mühle, blieb aber von da an — abgesehen
        

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