— 43 — Bei dem Gefällengerich t hatte lünftig der fürstl. Landrichter als Beisitzer zu fungieren. Bezüglich der Nepartition der Zölle wurde vereinbart, daß von den Reinerträgnissen nicht mehr wie bisher die Hälfte, sondern nur ein Drittel, darstellend den Ertrag der in Vorarlberg für das obere Jnntal und Vintschgau stattfindenden Verzollungen für Oesterreich zurück- behalten, die anderen zwei Drittel zwischen Vorarlberg und Liechtenstein noch dem Verhältnisse der Bevölkerung geteilt werden. Die Reinerträgnisse der Verzehrungssteuer, des Tabak- monopols usw. waren hingegen im Verhältnisse der Benöl- kerung Vorarlbergs und Liechtensteins zu teilen. Ferner sollen außer den bestehenden Nebenzollämtern in Balzers und Bendern noch solche in Schaan und Vaduz errichtet werden. An Salz soll Oesterreich der fürstl. Regierung jährlich 350 bis 500 Fässer von der Salzlegestätte in Feldkirch um die dortigen Gestehungskosten überlassen. — Abgesehen von der günstigen finanziellen Wirkung wurde dem Lande ganz Oesterreich für freien Handel geöffnet und das Entstehen nützlicher Industrien ermöglicht. Von einer Zolleinigung mit der Schweiz war hingegen, wie es sich durch Anfragen herausstellte, keinerlei Ersatz zu erwarten. Die spätere Entwicklung hat diesen Er- wägungen auch im vollen Umfange Recht gegeben. Im Jahre 1883 wurde bei der Erneuerung des Zollvertrages der Beitrag Liechtensteins zu den Verwaltungskosten, der im Jahre 1876 von 10 o/o des ihm zufallenden Anteiles am Neinerträgnisse auf 25 o/o erhöht worden war, auf 17 °/o herabgesetzt. . Im Sinne des Vertrages fanden auch die bezüglichen Handels- verträge mit, der Schweiz unsere Zustimmung, zuletzt im Jahre 1906. Das an neuen wichtigen Gesetzen überaus reichhaltige Jahr 1864 brachte uns auch das neue Eemein degesetz, das gegenüber der bisher giltigen Gemeindeordnung vom Jahre 1342 sich durch freiheitliche Bestimmungen und möglichste Selb- ständigkeit der Gemeinde auszeichnete. Der durch freie Wahl der Gemeindeversammlung bestellte Ortsvorsteher erhielt eine befestigte Stellung, indem er durch die Beschlüsse des Gemeinde- rates Deckung bekam. In wichtigen Fällen wurde durch die Wahl eines verstärkten Eemeinderates eine weitere Stütze 4'
        

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