— 36 — rate angenommenen Gesetze: Verfassung, Geschäftsordnung uno Eemeindeordnung 
dem Fürsten mit dem Ersuchen um deren baldige Genehmigung übersandt. Eine Erledigung erfolgte jedoch noch nicht, denn die mit dem Jahre 1350 überall einsetzende Reaktion war nun maßgebend. Erst in dem Erlasse vom 20. Juli 1352 erklärte Fürst Alois, daß die Versassungs- entwürfe, welche im Einklänge mit den Ergebnissen 
der deutschen Nationalversammlung ihre Grundlage hatten, vorläufig zu- rückzustellen seien. Die Versassung vom Jahre 1313 behalte bis aus weiteres ihre Gesetzeskraft, jedoch könne der gegen- wärtige Landesrat derzeit noch beratend fortbestehen. In Kraft sollen die fürstlichen Entschließungen bleiben über die unentgeltliche Befreiung vom Mühlzwang, von den Frvhnen und vom Nooalzehnten, 
ferner sollen dem Lande folgende Einkommen überantwortet werden: aus Jagd 
und Fischerei; Weg- 
und Zollgelder; Neugereutzinse, Pleuelgelder, Vogelrecht, Fastnachthennen, Schäfhaber und „behebte" Steuer. Die Aus- arbeitung 
eines Zehntablösungs-Eesetzes 
soll demnächst in Angriff genommen werden. Wie aus dem 
Mitgeteilten ersichtlich ist, vollzog sich die Bewegung des Jahres 1343 und der drei folgenden Jahre, abgesehen von anfänglichen unbedeutenden Ausschreitungen, in ernsten und würdigen Formen. Wer die Geschichte der da- maligen Verhandlungen, die Gesuche und die fürstlichen Ant- wortschreiben genauer durchgeht, muß nach beiden Seiten mit Achtung erfüllt werden. Die 
freiheitlichen Pläne kamen aller- dings infolge der immer weiter sich ausbreitenden Reaktion zunächst nicht zur Durchführung, erwiesen sich 
aber später als wertvolle Vorarbeiten für die im Jahre 1862 zustande ge- kommene Versassung. Nachzutragen ist noch, daß im Jahre 1349 das liecht. Kontingent, welches aus 55 Mann und 3 Ossizieren bestand und den hohenzollern-sigmaringischen Truppen angegliedert war. zur Bekämpfung 
des badischen Aufstandes ausmarschieren mußte, ohne daß es jedoch zu größeren Kampfhandlungen kami). ') Eine ausführliche 
Schilderung dieses AuSmarscheL ist von Moritz Men- zinger, der als Offizier dabei beteiligt war, unter dein Titel „Die Menzinger in Liechtenstein" erschienen im Xlll. Jahrbuch, 1913, S. 31 fs.
        

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