— 13 — dem Lande herbe Schicksale. Der im Jahre 1621 ausgebrochene Krieg Oesterreichs mit Graubünden und später der Mantua- nische Erfolgekrieg brachten uns viele Truppendurchzüge und mancherlei Ungemach. Noch schlimmer wurde es, als die Schweden gegen Ende des dreißigjährigen Krieges in unsere verarmte Gegend einbrachen und das Land brandschatzten. Oeftere Kämpfe fanden bei solchen Kriegsanlässen an dem Luziensteigpasse statt. Endlich kam noch zu allem Elende die traurige Zeit 
der Herenprozesse, die sich hauptsächlich in der Zeit von 1650 bis 1680 bei uns abspielten. — Die Nach- kommen des vermögenden und tatkräftigen Grafen Kaspar von Hohenems waren in Not und große Schulden geraten. Sie bedrückten ihre Untertanen, die für viele gräfliche Schulden Bürgschaft übernehmen mußten. Schließlich wurde der Druck so stark, daß sich das Volk an den Kaiser wandte, welcher auch eine Untersuchung anordnete und dazu eine kaiserliche Kommission bestellte. Nach langwierigen Unterhandlungen wurde endlich Ende 1696 in Feldkirch zwischen den kaiserlichen Kommissarien, dem Grafen Hannibal von Hohenems und den Vertretern der beiden Landschaften ein Vergleich abgeschlossen. Auf Grund dessen übernahmen die Landschaften fürderhin alle Reichs- und Kreislasten, dagegen hatte der bisher 
der Herrschaft geleistete „Schnitz" dem Lande zuzufallen. Ferner sollten die gräflichen Schulden aus dem Erlöse der zu verkaufenden Herrschast Schellenberg getilgt werden^). So kam es, daß 
die Herrschaft Schellenberg am 23. Febr. 1699 für 115.000 Gulden an Hans Adam Fürst von Liechtenstein verkauft wurde. Dreizehn 
Jahre später am 22. Februar 1712 verkaufte Graf Jakob Hannibal von Hohenems auch die Grafschaft Vaduz um 290.000 Gulden an 
denselben Fürsten^). Durch diese Verkäufe kamen die ') S. den genauen Inhalt des am 29. Dez. 1696 in Feldkirch abgeschlossenen Vergleiches in den von mir herausgegebenen liccht. Regcstcu im VIII. Jahrbuch 1908, Seite 150 fs, Regest Nr. 217.—. Ueber die Schulden der Hohenemser, die Klagen der Hinterbliebenen und die Verhandlungen der Kaiserlichen Konimission geben folgende Regcsten-Nummern Auskunft: 110, 115, 127—130. 137, 142, 14«, 147, 151,157, 160, 163—171, 172, 177—216 im VIII. Jahrb., S. 128 ff. ") vgl. meine Arbeit über die Huldignngsakte bei dem Uebergange der Herrschaft Schcllenberg (16. März 1699 in Vcndcru) und Grafschaft Vaduz
        

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