— 25 — Großer Gott, das drücket schwer. Kaum ein Bissen mehr zu haben, Dran sich kann die Armut laben, Weil der Reiche selbst hat Not, Daß er sich verschaffe Brot. Strafe ist's, für unsre Sünden, Die uns heimsucht solcher Art, Bis wir wieder Gnade finden Durch ein' fromme Lebensfahrt. Betet drum, ihr Menschenkinder, Tragt rechtschaffen Büß und Leid, Daß sich dieses Elend mindre, Uns der Herr wiedrum erfreut!" Aus diesen schlichten Versen tritt die Klage über das vorausgegangene schwere und lange.Kriegselend und über die darauffolgende Hungersnot hervor. Wir kennen glücklicherweise nur die im Gefolge des jetzigen schrecklichen Weltkrieges einge- tretene Lebensmittetknappheit bei uns, vor den schwersten Opfern an Blut und Leben hat uns die gütige Vorsehung durch ein besonderes Geschick bewahrt. Der bessere Wandel der Menschen, nach dem das alte Volkslied ruft, hat aber auch für uns Gel- tung. Denn die Zurückdrängung des 'Eigennutzes zum Wohle der Gesamtheit, die Nächstenliebe und Hilfe für die Notleidenden, mit einem Wort, das praktische Christentum, der eigentliche Kern unserer Sittengesetze, sind auch heute erst recht zeitgemäße Forderungen. Und noch eine weitere, mehr auf den wirtschaftlichen Fort- schritt gerichtete Lehre können wir aus den Erfahrungen des Hungerjahres 1817 und auch der jetzigen Zeitnöten lernen, das ist die Kenntnis von der großen Wichtigkeit des Grundbesitzes, die Wertschätzung der dem Boden abgerungenen Früchte und die Notwendigkeit, .sich möglichst auf eigene Füße zu stellen. ,—
        

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