— 19 bei Menschen und Vieh entstanden. Allem Anscheine nach war aber die Notlage im Jahre 1817 erheblich schwerer und forderte auch zweifellos viele Opfer. Nach 
amtlicher Feststellung betrug nämlich, iin Jahre 1815 die Einwohnerzahl des Landes 6112, iin Jahre 1818 aber nur mehr 5546, was auf eine verhältnis- mäßig große Zunahme der Sterblichkeit und zwar besonders im Jahre 1817 schließen läßt. Wie anderwärts werden auch bei, uns namentlich Kinder und Greise den Folgen ungenügender nnd unzweckmäßiger Ernährung erlegen sein. Anschließend an diese Beschreibung dürften noch einige Be- richte aus benachbarten Ländern hier Platz finden. So findet sich in einer Chronik der Gemeinde Egg im Bregenzerwald fol- gende Bemerkung: „Das Jahr 1816 war, wie zum Teil alle verflossenen seit 1812, ein böses, der Sornmer 
wär äußerst rauh und naß, der Winter streng. Dadurch entstand Mißwachs. Im August kostete das Malter Korn in Bregenz 60 sl; im Sommer 1817 110 fl; der Zentner Käs 24 fl. die alte Maß Milch 4 Krenzer. Die Hungersnot wurde bei der ärmeren Klasse sehr drückend, wurde aber gemildert durch den guten Verdienst der Stickerei, wo eine Weibsperson täglich 24 bis 30 Kreuzer ver- diente". Die letztere Angabe läßt ersehen, daß Geldverdienst die Not linderte; ein Umstand, der in unserm Lande bei den sehr 
ärmlichen Zuständen, bei der Verdienstlosigkeit usw.- nicht eintraf. Schrieb ja doch Landvogt Schuppler in der eingangs schon erwähnten Eingabe an das Kreisamt Bregenz betreffend die Aufhebung der Lebensmittelsperre, daß Liechtenstein für seine 6000 Einwohner nicht viel brauche, auch seien diese zumeist sehr arm und bei dem notorischen Geldmangel nicht in der Lage viel zu kaufen. Aus einem andern Berichte geht hervor, daß in Vorarl- berg zur Zeit der größten Not an verschiedenen Orten öffent- liche Suppenanstalten errichtet wurden. Bei uns scheint das- nicht der Fall gewesen zu sein, sonst wäre wohl in den Regie- rungsakten irgendwo davon Erwähnung geschehen. — Als Ge- denkzeichen an das 17er Hungerjahr findet man in Vorarlbergs noch da und dort sogenannte Hungermünzen. Auch iu Vaduz wird von der Familie Rheinberger zum „Löwen" eine solche aufbewahrt. Die Münze scheint eine Legierung von Messing.
        

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