— 18 — gegenüber den andern Lebensmittelpreisen verhältnismäßig nied- rig. Obwohl das einerseits zu begrüßen war, trugen anderer- seits die niedrigen Erlöse aus der Viehmirtschaft bei der um- gehenden Teurung wenig dazu bei, die große Geldnot zu ver- ringern. Zweifellos war die Graswirtschaft in damaliger Zeit zu nngunsten des Ackerbaues noch nicht so ausgedehnt, wie das jetzt bei uns der Fall ist. Der damalige Viehschlag war kleiu uud bedürfte weniger Futter. Es wurde noch sehr viel Getreide gepflanzt, besonders im Unterlande, das als der wohlhabendere Landesteil im Ganzen etwas weniger unter der großen Not ge- litten haben mag, als das Oberland. Allerdings mit Ausnahme der Gemeinde Ruggell, die im Sommer 1817 von einer sehr schweren Rheinüberschwemmuug heimgesucht wurde. Das ivenige, ohnehin schon verdorben gewesene Winterkorn konnte noch vor dem Rheineinbruch geerntet werden und war die einzige Frucht, welche die Nuggeller von ihren Feldern bezogen. Der ausge- breitet gewesene Flachs wurde von den Nheinfluten weggespült; der Türken, Erdäpfel, Heu, kurz alles, was auf dem Felde stand, wurde verwüstet, und entweder vollkommen verleitet oder mit Grund und Boden weggeschwemmt. Das Unglück entstand, wie Landvogt Schuppler in einem Rundschreiben an die Gemein- den des Landes schildert, dnrch einen Dammbruch bei Gamprin uud durch 13 solche Dammbrüche bei Ruggell. Die ganze Fläche von Ruggell bis zur Berglehne war ein schiffbarer See. Die Gemeinden leisteten Ruggell werktätige Hilfe beim Verbauen der Dammlücken uud suchten durch Sammlung von Lebensmitteln der schwer betroffenen Gemeinde den Lebensunterhalt zu ermög- lichen. , Auch die benachbarten vorarlbergischen Gemeinden be- teiligten sich bei den Hilfeleistungen. ^ Wie aus all diesen Schilderungen hervorgeht, war die Notlage im Jahr 1817 eine sehr große und das Jahr trägt nicht ohne Grund den Namen eines Hungersahres. Wie aus alten Chroniken, auch aus der uns bekannten Chronik von Jakob Helbert ersehen werden kann, hatte das Jahr 1817 einen Vorgänger im Hungerjahr 1771, von dem es heißt, es habe bis dahin keine solche Teurung bestanden. Der Frühling im Jahre 1770 sei gar spät gewesen, die Früchte fehlten und großer Mangel sei
        

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