— 11 — Dieser königliche Herrschaftshof stand an der Stelle der St. Peters-Kapelle. Grabungen, die vor 60 Jahren au jeuer Stelle gemacht wnrden, haben mittelalterliche Mauerreste von bedeutender Dicke zutage gefördert, die offenbar einem burgartigen, ausgedehnten Gebäude angehörten.. Dieses Gebäude war im 1Z, Jahrhundert der Sitz eines Rittcrgcschlechtes, daS sich „vonSchacm" nannte. ES wurden dort uuter anderem ausgegraben viele mensch- liche Skelette, darunter mich zwei große Männer in Eisen mit Lanze und Schwert, viele Geweihe, ein Elephantenzahn, Gefäße und Waffen- aus Eisen. Kaiser Otto 1. trat diesen königlichen Hof zu Schaan samt der Kirche und dem Zehnten an daS Kloster Säckingen ab gegeil die Insel Ufenan nnd andere Besitzungen am Zürchersee. (Archiv, für Schw. Geschichte XVIII. 116.) Später kam der Hos und die Kirche au die Grasen von Montfort zu Fcldkirch. Der letzte dieser Grasen schenkte die Kirche nnd den Zehnten dem Domkapitel zu Chu?. Dagegen blieben die übrigen Besitzungen, die znm alten Königshof gehört hatten, im Besitz der Mvutfortcr resp, deren Erben, der Grasen von Vaduz. Sie gingen mit der Grafschaft von einer Hand in die andere, bis sie veräußert wurden. Wir finden die 14 Hofstätten (Bauern- höfe), die 155 Stück Hubgüter uud die Taferuc mit 1. Pfund 10 Sch. Pfg. jährlicher Abgabe wieder im gräflichcu Urbar von 1507. Siehe Jahrbuch von 1W6 S. 50 nnd ff. In dem Herrschaftshofe war wahrscheinlich auch die Herberge eingerichtet. Es war, die einzige königliche Herberge in Unter- räticu, ein Beweis von der Bedeutung, die damals Schaan für den Verkehr gehabt haben muß. Es lag an der Römerstraße, die voil Chnr nach Bregcnz ging, die Italien mit Deutschland verband, uud au der Fähre, über, den Rhein, die den. Verkehr zwischen dein linken und dein rechten Rheintale vermittelte. Ein Herrcnhvs 
(Ourti.8 clominiö-r) umfaßte alles, was zu einer ausgedehnteren, Landwirtschaft nötig war", eine Anzahl klei- nerer Bauernhöfe, die auf dem zum Haupthof gehörigen Grund zerstreut lagen, dann Ackerland (in Jucharte abgeteilt), Wiesbodeu (nach der Zahl der Fuder Heu berechnet), ferner die zur Som- merung des Viehes nötigen Alpen, genügende Waldung, Mühlen, endlich auch eine Kirche mit ciuem Priester, auS der dann die
        

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