einig« aus aer väterlänaiscken Lescdichtt. i. Der Bischof Viktor III. von Ch»r beklagte sich i. I, 821 beim Kaiser Ludwig dein Frommen, daß von den 230 Kirchen seines BistumS ihm nur 25 Kapellen geblieben seien; die übrigen seien ihm durch den Grafen Rodcrich und dessen schlimmen Genosse» Herloin entrissen worden. Auch die ihm verbliebenen Kirchen seien geplündert worden, sowie nnch die Klöster seines BistumS. ES ist nun klar, daß die 230 Kirchen und Kapellen im ganzen Bistum zerstreut lagen, daß also Rodcrich Graf von ganz Churrätien war. Das BiStnm umfaßte uäinlich ganz Churrätien, also auch Unter- rätieu, zu dem das Gebiet zwischen der Lanquart im Süden und Götzis und Wallensee im Norden gehörte. Darin lag auch das heutige Liechtenstein. Demnach erstreckte sich der Raub auch auf Kirchen in unserem Gebiete. Der Bischos beklagte auch, daß Graf Roderich einiges dem Bistum Gehöriges in Besitz habe, waS der Kaiser selbst ohne Zweifel nur irrtümlich ihm (dem Grafen) über- lassen habe. Nach mehrmaligen schriftlichen und mündlichen Bitten und persönlichem Erscheinen des Bischofs vor dem Kaiser gab dieser dem Bischos seine geraubten Besitzungen zurück. In einer Urkunde vom 25. Juli 825 gab er ihm noch zwei Kirchen, ein Hospitz und den großen Hof von Zizers zurück. Das waren offen- bar jene Güter, welche, wie eS in der Urkunde heißt, vom Urgroß- vater (Karl Martell) und vom Großvater (Pipin) des Kaisers und Anderen der Kirche von Chur geschenkt worden waren. Diese Besitzungen waren es auch, die der Kaiser selbst dem Grafen Roderich gegeben hatte, die aber dem Bischof gehörten. Zur Rück- erstattung dieser Besitzungen gab der Kaiser eine eigene Urkunde heraus; zur Wiedererstattung der übrigen gestohlenen Güter be- dürfte es dessen nicht. Das Übrige, was der Bischof beanspruchte, hatte er ihm ohne Zweisel schon vorher, sehr wahrscheinlich dnrch seine zu dieser Untersuchung nach Räticn abgeordneten Gesandten
        

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