— 112 Der erste geschriebene Landsbranch von 1531, der sich in Art, 6 selbst ans altes Gewohnheitsrecht beruft, regelt einen Teil des testamentarischen nnd gesetzlichen Erbrechts ans dentschrechtlicher -Grundlage, Er stellt in Art, 4 die im mittelalterlichen Rechte be- kannte Rechtsregel auf, daß daS Nachlaßgnt deS Verstorbenen riickivörtS an die nächste Freundschaft (Verwandtschaft) fallen solle, 'von der eS hergeflosseu (Rücksnllrecht), Eltern können nach Art, 5 'von ihrem letztverstorbencn, sonst uubeerbteu Kiudc den Nachlaß ,znr Nutznießung erhalten. Reicht ihr eigenes Vermögen nicht zum Unterhalte äuS, so dürfen sie auch daS hinterlassene Kindsvermögen angreifen. Ans dieser freilich in erster Linie erbrechtlichen Be- stimmung darf wohl geschlossen werden, daß bis zur Revision des Landsbranch? (1577) uud von altersher im Gebiete deS 'heutigen Liechtenstein jeder Gatte da? Eigentum an seinen in die Ehe eingebrachten Liegenschaften behielt, daß aber die eiu- licbrachteu Fahrschaften uud da? loähreud der Ehe Erhausete 'Eigentum zur gesamten Hand beider Ehegatten wnrde. Diese? MiterrechtSsvstem findet seine Stütze in den oben zum Vergleiche angezogenen Statutarrechten, in Art, 5 deS L, Br, von 1531, der vom eigenen Vermögen der Eltern (Gatten) nnd vom Rüct- sallSrecht spricht nnd in der ungefähr 70 Jahre später in diesem Sinne erfolgten Neuregelung im Landsbranch (1000), der sicherlich nur auf vorhandenem Gewohnheitsrechte aufbaute. Weil er wohl, -au schvu bestehendes Gewohnheitsrecht anknüpst, haben die Be- stimmnngen des Laudsbrauchs „durchaus gemein nnd sonderlich, -gefallen, nnd hat die Bevölkerung den Grafen gebeten, dieses -Erbrecht (unserer) vorhabenden LandSordnnng beizufügen", wie -eS im Eingänge de? Landsbrauchs heißt. Der zäh am Alteu hängenden bäuerlichen Bevölkerung hätte nach allbekannter Er- fahrung ein ganz neues, mit allein Geschichtlichen brechende? 'Recht uicht so sehr gefallen. Dazu kommt noch eine entscheidende -Erwägnng wirtschaftlicher 
Natnr i bei den damat? fast ausschließlich landivirtschastlichen Nerhältuisseu waren Liegenschafteil ein bc- sonder? wertvolle? Nermvgensstück, daS der Verwandtschaft de? Ehegatten erhalten werden sollte. Dies Interesse an der Er- haltung der Liegenschaften im Frenndschaftskrcisc traf bei den „Fahrschaften viel weniger zn. > , Der LaudSbrnuch von 1600 wurde vou einem kaiserlichen
        

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