— 99 — <>? sei die Königstochter krank, eine andere bemerkte dazn, da hilst kein Doktor, außer er lege ihr ein „Jlgablatt" ans die Schläfe, Der arme Mauu faßte das ins Ohr uud als die Hexen fortgeflogen ivaren, schritt er eilends der Königsbnrg zn uud bot dort als Arzt seine Dienste an. Man gewährte ihm, die Kur vorzuuehmeu 
und sie gelang; des Königs Mägdlein geunß Dollkommen, Reich beschenkt ging der Wuuderdoktor vou dauueu. Als sein Bruder davon hörte, ging er anch nach Hof und wollte als Arzt figurieren, wnrde aber schnöde abgewiesen. !1. Der Kort nns Gutrnbrrg. Es geht eine alte Sage, daß ans Gutenberg, der vieium- strittenen Feste bei BalzcrS, eiu uueudlicher Hort geborgen liegt, gehütet von einer weißen Jungfrau, Der Schatz 
hat sich eiu- mal gesonnt; es war eiu großer Hause Schueckcuschaleu, die von purein Golde ivaren nnd wunderherrlich im Sonneuscheiu erglänzten. Um den Schatz zu heben, sollte mau vorerst die weiße Jungfrau erlösen. Einen Balzner Knaben, der, nm Bee- ren zn pflücke», bis zur alten Maner hinaufgekommen war, sprach, sie um Erlösung au; er solle sie dreimal umschivingen, doch dürfe er dabei ja uicht auf ihre Haarzöpfc schauem uud uicht eiu SterbeuSivörtcheu verlauten lassen. Der Knabe faßte all sein. Herz uud alle seiue Krast zusammen und schwaug die weiße Jnngfran, ohne eiu Auge zu verwenden lind ohne den Mund zn össne», zweimal herum; das drittemal aber mußte er, er kvuute uicht anders, einen Blick auf die schönen, goldglänzenden Zöpfe werfen. Da hatte er ans einmal zwei Schlangen in den Hän- den, nnd es entschlüpften ihm die Worte: „Jesus, wie kalt!" Die Jungfrau verschwand klagend, 
nnn müsse sie ueue hundert Jahre geistern, um den verborgenen Schatz zn hüten. Die Sage vom „Hort auf 
Gutenberg" ist in einer andern Fassung anch dichterisch bearbeitet worden. Das Gedicht führt zwar die Aufschrift „Die Riesiu auf Gutenberg", hat aber offen- bar als Grundlage den Gcdankengang der obigen Sage. Es wurde iu deu „Oberrheinische,: Nachrichten" (Nr, 30 v, 22, Juli 19t 6) veröffentlicht 
nnd ist von einein I. H. unterzeichuet.- Das lesenswerte Gedicht lautet wie folgt:
        

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