— 13 — Über den Ktchnwst. Der Privr von St. Johann aß seit 1687 bisweilen, wenn er mit den Gcmeindevertretern von Mauren eine Verhandlung hatte, mit denselben auch im Wirtshause zu Mittag. Um eine Entschädigung dafür zu geben, spendierte er den Maurern Wein und Fleisch. So 
bildete sich mit der Zeit ein Usus, deu auch das sürstliche Oberamt befolgte. Gelegentlich der Kirchenrechnung baten die Leute von Mauren wieder um einen Truuk. Es ivurde ihnen also sür 1 Gulden Fleisch und 2 Viertel Weinmost gegeben. Da die Leute aber mit der Zeit eine Schuldigkeit, daraus machten, dagegen' den Lehenleuten kein Material zum Zäunen mehr lassen, nicht einmal gegen Bezahlung dem Kloster die zur Bedachung des Torkels nötigen Schindeln geben wollten, so erhielten sie anno 1723 jene Spende nicht. Im Jahre 1724 sagten sie kein Wort davon. Zwanzig Jahre später aber, 1744, 
ergab sich darvb der erste Streit, weil ein Maurer gewalttätig 3 Viertel Wem aus dein Klostertorkel wegnahm. Der Privr verklagte ihn also beim Landgericht in Rankweit. Der Einbrecher bat zwar um Gnade, aber umsonst, weil 
er sich weigerte, Schadenersatz zu leisten und seinen Diebstahl damit entschuldigte, das Kloster habe früher alle Jahre der Gemeinde Wein geschenkt. Der Be- klagte, Eustachius Marxer mit Namen, sagte in seiner Recht- fertigung, der Prior habe früher immer der Gemeinde eineil Truuk 
und Fleisch gegeben, nur letztes Jähr nicht, trotzdem mau ihn darum belangt habe. Der Prior habe dann gesagt, er werde den Wein und 
das Fleisch geben, wenn auch die Herr- schaft das Gleiche tue. Das sei nun von dieser gescheheil, also habe auch das Kloster es tun müssen. Habe es sich dessen ge- weigert, so habe man es ihm mit Gewalt nehmen müssen. Er berufe sich auf die alte Übung, die ein Recht geworden sei. Sein Vorgehen, sei also kein Diebstahl, sondern nur eine Sache der Billigkeit gewesen. Hinter ihm stehe die ganze Gemeinde Mauren: Er zitierte auch einen Passus aus einem Erlasse des fürstlichen Oberamtes, welcher lautete:, „und nachdem der sogenannte Liecht- braten oder Fastnachttrunk für die Gemeind Mauren eine uralte,
        

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