— 95 — teils gerichtlich den Beitrag verlangt bis zur finanziellen Katastrophe der Hohenemser. Auch habe später die 
fürstliche Kassa bei Repa- ratureu mitgeholfen, also die Pflicht anerkannt. Der Wald (von Kaspar Renn erkauft) 
sei 150 Schritt lang 
und 40 Schritt breit. Wer würde eine solche Bagatelle kaufen mit einem solchen Ser- vitnt belastet? Eine solche Last lag überhaupt nie auf dem Walde, daß aus demselben das Holz für den Hausbau bezogen wurde, beweist für eine Pflicht gerade so wenig, als wenn man sagen wollte: Das fürstliche Haus in Feldkirch ist aus Steinen vom Steinbruch des Priorats erbaut, also hat das Priorat die Bau- pflicht. — Der Pfarrstall sei 
anno 1702 vom fürstlichen Rent- amt Vaduz und dem Priorat zu gleichen Teilen erbaut und k>.riiiv 1738 durch das Rentamt allein repariert worden. Wenn der Fürst nicht entgegenkomme, könne es geschehen, daß die Pfarrei wieder von Feldkirch aus versehen werde. Der Abt würde das bedauern, aber die Rücksicht auf sein Stift verbiete ihm, mehr zu leisten als was Pflicht sei. Auf Fürst Franz Joseph scheinen diese Darlegungen doch einigen Eindruck gemacht zu haben. Er ließ (dat. Feldsberg 9. Sept. 1778) dem Bischof eröffnen: Man könnte es zwar ruhig auf einen Prozeß ankommen lassen; aber aus Liebe zu den Unter- tanen habe er sich entschlossen, den Pfarrhof auf gemeinsame Kosten mit dem Priorat zu erbauen, unter, der Bedingung jedoch, daß das Priorat alles nötige Holz ans seinem Wald gratis bei- zuschaffen sich verpflichte. Darauf ging aber der Abt nicht ein. Auf dem Walde des Priorates laste keiu Servitut. Es handle sich um sehr viel Holz, da der Pfarrhof wie alle dortigen Gebäude nur aus Holz erbaut 
wird. Also müßte das Kloster alles Baumaterial und noch dazu die Hälfte der Kosten leisten. Lieber wolle der Abt dem Fürsten den Wald schenken samt der Baupflicht. Der Fürst möge allein die Hälfte der Bau- kosten übernehmen. Nun entschloß sich der Fürst doch die ganze Hälfte der Kosten, zu übernehmen, jedoch mit dem Vorbehalt seiner Gerechtsame. Es soll ein Haus aus Stein gebaut werden. Das Priorat möge das noch nötige Holz liefern. — Der Abt verlangte aber, daß der Fürst auch die Hälfte des Bauholzes beschaffen lasse. Darauf stockten die Verhandlungen. Im Jänner des folgen- den 
Jahres (1779) schrieb der Abt an 
den Bischof: er sei in Feldkirch gewesen; da habe man ihm gesagt, 
um 300 fl könnte man den Pfarrhof so herstellen, daß er 
noch 100 Jahre seine Dienste tue. Der Fürst möge 
also 150 fl beisteuern. Das be- richtete 
der Bischof an den Fürsten. Fürst Franz Josef antwortete 
dem Bischof: Der Abt von Ottobeuren habe seinen Vorschlag also nicht angenommen, obwohl
        

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