— 90 — Benediktinerstift Ottobeuren iu Bayern. Die Stadt Feldkirch hat sich jedoch das Patronatrecht der Pfarrpfründe von Mauren vorbehalten. Das Kloster erhielt Kirche und Turm zu St- Johann in Feld- kirch, die Pfarrkirche zu Mauren samt Kirchhof, Turm und Glocken, was alles das Kirchenvermögen und die Gemeinde unterhalten mußten, ferner Kirchensatz, Einkommen des Pfarrers, den halben Zehnten, den ganzen Novalzehnten, den Kornzehnten (außer dem Stroh), ein Wald zu Mauren, von denen V» von Ulrich Glarner stammte und '/» von Kaspar Renn gekauft worden war. Aber das Patronatrecht in Mauren hatte sich die Stadt Feldkirch vorbehalten, also das Recht den Pfarrer zu wählen und zu präsentieren. Noch 
Äniro 1694 mußte der Pfründestall restauriert werdeu. wozu auch der Graf seinen Teil beitrug, weil er den Stall zur Unterbringung seines Zehnten brauchte. Aber schon 
nach 8 Jahren klagte,̂ der Pfarrer beim Bischof, daß er nur noch mit Lebens- gefahr im Pfarrhof wohnen könne, und der Stall beim ersten Wind über den Haufen fallen werde. Der Prior von St. Johann gab die Notwendigkeit einer Reparatur zu, 
erklärte sich auch bereit, seinen Beitrag zu leisten, wenn auch der Fürst, als Herr von Schellenberg und Mitzehentbezüger dasselbe tue. 
Vor 8 Jahren habe der Graf auch mitgeholfen und damals seien reiche Ernten und große Zehentbezüge gewesen, aber seit Ottobeuren das Priorat habe, decken die Einnahmen kaum die Auslageu. Schließlich wurde doch uoch 
^rino 1702 „repariert" an Pfarr- Hof und Stall. Die Kosten 
beliefen sich auf 
ganze 102 fl, woran Kloster und Fürst je die Hälfte übernahmen. Das Kloster bezahlte an 
Geld 43 fl, abgesehen von den Fuhrwerken und Trunken! Der Zimmermeister 
erhielt 40 fl, die 
Maurer 11 fl; ein Stumpen Bauholz 
kostete 40 Kreuzer. In die Erhaltungskosten 
teilten sich dann die beiden Zehent- bezüger: Fürst und Kloster. Aber als schon im 
Jahre 1739 der Stall wieder repariert werden mußte und die 
Kosten sich auf 18 fl 2 Kreuzer beliefen, wollte der Prior die Hälfte 
— 9 fl 
und 1 Kreuzer — nicht be- zahlen, weil die Kosten viel zu hoch seien! Das Oberamt mußte sich an den Abt von Ottobeuren wenden. Dann bezahlte der Prior. Mehr Schwierigkeiten bot der abermals notwendig gewordene Pfarrhofbau. Unter 
dem 23. Sept. 1739 schrieb Pfarrer Wolf an den Bischof, er möchte doch dazu helfen, daß der Pfarrhof erstellt werde; er selbst, der Pfarrer, habe an demselben selbst schon große Opfer gebracht. Er beklagte sich auch über den Prior wegen nicht erfolgter Investitur. Der Bischof schickte das Schreiben an den Prior zur Beantwortung. Derselbe antwortete: Der Pfarrhos sei von Anfang aus Holz gemacht gewesen; das Dach allein habe
        

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